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Während in den fernöstlichen Reinkarnationsvorstellungen das Ziel die Erlösung vom Erdendasein ist, geht es bei den modernen Varianten (z.B. bei [[Lessing, Gotthold Ephraim|G. E. Lessing]], Reinkarnation [[Steiner, Rudolf|Steiner]]) darum, dass der Mensch bzw. seine "Seele" sich höherentwickelt, eine Art "geistige [[Evolution]] " durchmacht. Der Mensch soll in jedem Erdenleben etwas dazulernen und dem Göttlichen näherkommen. Das bedeutet in vielen Systemen, dass die Seele verschiedene Verkörperungen in Pflanzen und Tieren durchgemacht hat, bevor sie sich das erste Mal in einem Menschen inkarnieren konnte. Und oftmals verlässt sie die Menschenstufe und nähert sich immer mehr der "Engelsstufe" oder "göttlich-geistigen Welt" an. | Während in den fernöstlichen Reinkarnationsvorstellungen das Ziel die Erlösung vom Erdendasein ist, geht es bei den modernen Varianten (z.B. bei [[Lessing, Gotthold Ephraim|G. E. Lessing]], Reinkarnation [[Steiner, Rudolf|Steiner]]) darum, dass der Mensch bzw. seine "Seele" sich höherentwickelt, eine Art "geistige [[Evolution]] " durchmacht. Der Mensch soll in jedem Erdenleben etwas dazulernen und dem Göttlichen näherkommen. Das bedeutet in vielen Systemen, dass die Seele verschiedene Verkörperungen in Pflanzen und Tieren durchgemacht hat, bevor sie sich das erste Mal in einem Menschen inkarnieren konnte. Und oftmals verlässt sie die Menschenstufe und nähert sich immer mehr der "Engelsstufe" oder "göttlich-geistigen Welt" an. | ||
== | == Empirische Kritik: == | ||
a. Wunschdenken und Betrug: Es ist auffallend, wie oft Menschen, die sich angeblich an eine frühere Existenz zurückerinnern, irgendeine bedeutende historische Persönlichkeit (z.B. Cäsar, Napoleon oder die Königin von Saba) gewesen sein oder ein besonderes historisches Ereignis miterlebt haben wollen. Dazu Ian Stevenson: "Wenn alle, von denen behauptet wird, sie hätten die Kreuzigung Christi in einem früheren Leben beobachtet, wirklich zugegen gewesen wären, hätten die römischen Krieger bei diesem Ereignis wohl keinen Platz mehr zum Stehen gehabt" (Wiedergeburt, 1989, 51f.). In vielen zunächst spektakulären Fällen stellte sich hinterher heraus, dass die Angaben falsch waren oder auf Kryptomnesie beruhten. Kryptomnesie ist eine Gedächtnisstörung, bei welcher Gedächtnisinhalte, deren Erinnerungscharakter nicht bewusst ist, als scheinbare Neuschöpfung aufgefasst werden. Weiter ist zu bedenken, dass aufgrund von "Rückerinnerungen" noch keine archäologischen Funde gemacht wurden und keine bisher unbekannten antiken Schriftzeichen entziffert werden konnten. | a. Wunschdenken und Betrug: Es ist auffallend, wie oft Menschen, die sich angeblich an eine frühere Existenz zurückerinnern, irgendeine bedeutende historische Persönlichkeit (z.B. Cäsar, Napoleon oder die Königin von Saba) gewesen sein oder ein besonderes historisches Ereignis miterlebt haben wollen. Dazu Ian Stevenson: "Wenn alle, von denen behauptet wird, sie hätten die Kreuzigung Christi in einem früheren Leben beobachtet, wirklich zugegen gewesen wären, hätten die römischen Krieger bei diesem Ereignis wohl keinen Platz mehr zum Stehen gehabt" (Wiedergeburt, 1989, 51f.). In vielen zunächst spektakulären Fällen stellte sich hinterher heraus, dass die Angaben falsch waren oder auf Kryptomnesie beruhten. Kryptomnesie ist eine Gedächtnisstörung, bei welcher Gedächtnisinhalte, deren Erinnerungscharakter nicht bewusst ist, als scheinbare Neuschöpfung aufgefasst werden. Weiter ist zu bedenken, dass aufgrund von "Rückerinnerungen" noch keine archäologischen Funde gemacht wurden und keine bisher unbekannten antiken Schriftzeichen entziffert werden konnten. | ||