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Abrahamitische Religionen ist ein in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts von Ökumenikern aufgebrachter Sammelbegriff für die Weltreligionen, die sich von ihrem Selbstverständnis und ihrem Ursprung mehr oder weniger stark auf eine völkische oder geistliche Abstammung vom alttestamentlichen Patriarchen Abraham stützen. | Abrahamitische Religionen ist ein in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts von Ökumenikern aufgebrachter Sammelbegriff für die Weltreligionen, die sich von ihrem Selbstverständnis und ihrem Ursprung mehr oder weniger stark auf eine völkische oder geistliche Abstammung vom alttestamentlichen Patriarchen Abraham stützen. | ||
Zu Abrahamitische Religionen zählen ökumenisch ausgerichtete Theologen das Christentum, den [[Islam]] und das | Zu Abrahamitische Religionen zählen ökumenisch ausgerichtete Theologen das Christentum, den [[Islam]] und das [[Judentum]] mit ihren vielfältigen Abspaltungen (z.B. [[Bahai]], [[Drusen]]). Dabei gehen die Anhänger des Gedankens der Abrahamitische Religionen davon aus, dass sich das fJudentum und der [[Islam]] geistlich und völkisch von Abraham her ableiten. Das Christentum sieht seine Herkunft von Abraham mehr geistlich und offenbarungsgeschichtlich: | ||
*Judentum (völkisch): Abraham über Sara - Isaak - Jakob - die 12 Patriarchen | *Judentum (völkisch): Abraham über Sara - Isaak - Jakob - die 12 Patriarchen | ||
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Schon einige Jahrhunderte nach dem Aufkommen des Islams stellte die Katholische Kirche eine Verwandtschaft mit dem Islam fest. Der katholische Theologe Johannes von Damaskus betrachtete den Islam noch im 8. Jahrhundert als christliche [[Sekte]]. Neben der offiziellen Kirche ist es vor allem der Leiter der Stiftung [[Weltethos]], der frühere Tübinger Theologieprofessor Hans Küng, der die geistliche Verbundenheit zwischen den monotheistischen Religionen behauptet und vorantreibt. | Schon einige Jahrhunderte nach dem Aufkommen des Islams stellte die Katholische Kirche eine Verwandtschaft mit dem Islam fest. Der katholische Theologe Johannes von Damaskus betrachtete den Islam noch im 8. Jahrhundert als christliche [[Sekte]]. Neben der offiziellen Kirche ist es vor allem der Leiter der Stiftung [[Weltethos]], der frühere Tübinger Theologieprofessor Hans Küng, der die geistliche Verbundenheit zwischen den monotheistischen Religionen behauptet und vorantreibt. | ||
Im evangelischen Bereich geht die Verbundenheit der sogenannten Abrahamitische Religionen auf die [[Aufklärung]] zurück (Lessings Ringparabel in "Nathan der Weise"). Aber auch die humanistischen Gedanken von Hans Küngs Motto "Ohne Religionsfrieden kein Weltfrieden" wirken sich hier aus. Der | Im evangelischen Bereich geht die Verbundenheit der sogenannten Abrahamitische Religionen auf die [[Aufklärung]] zurück (Lessings Ringparabel in "Nathan der Weise"). Aber auch die humanistischen Gedanken von Hans Küngs Motto "Ohne Religionsfrieden kein Weltfrieden" wirken sich hier aus. Der [[Ökumenische Rat der Kirchen]] und seine Vorläufer erkannten seit der Weltmissionskonferenz in Jerusalem 1928 und der Weltmissionskonferenz in Bangkok 1973 in verschiedenen Verlautbarungen "Offenbarungen Gottes" und "Wirkungen des Heiligen Geistes" in nichtchristlichen Religionen an. In der Praxis beteiligen sich Vertreter der protestantischen Kirchen an den multireligiösen Friedensgebeten in [[Assisi, Franz von|Assisi]] und anderswo. Zum festen Programm der Evangelischen Kirchentage gehören gemeinsame Andachten und andere Veranstaltungen mit Muslimen und Juden (sowie anderen Religionen). Die Ratsvorsitzenden der EKD versenden regelmäßig offizielle kirchliche Grüße zu den hohen jüdischen und islamischen Festen. Die angestrebte enge Verbindung Abrahamitische Religionen schließt natürlich Mission aus ([[Weltmission]]). Aus diesem Grunde wurden Judenchristen von offiziellen Kirchentagsveranstaltungen mit Vertretern des Judentums ausgeschlossen. | ||
Bibeltreue Theologen sehen zwar auch Berührungspunkte in der Lehre der sogenannten monotheistischen Religionen. Allerdings stellt sich die Frage, ob es sich beim islamischen Allah wirklich um den Gott Abrahams handelt. Aufgrund der Geschichte des Hauptheiligtums Kaaba in Mekka ist vielmehr anzunehmen, dass sich hinter Allah der altorientalische Mondgott verbirgt, der nach biblischen Verständnis nichts mit dem Gott Israels und der Christen, Jahwe, zu tun hat, sondern ein Götze ist. | Bibeltreue Theologen sehen zwar auch Berührungspunkte in der Lehre der sogenannten monotheistischen Religionen. Allerdings stellt sich die Frage, ob es sich beim islamischen Allah wirklich um den Gott Abrahams handelt. Aufgrund der Geschichte des Hauptheiligtums Kaaba in Mekka ist vielmehr anzunehmen, dass sich hinter Allah der altorientalische Mondgott verbirgt, der nach biblischen Verständnis nichts mit dem Gott Israels und der Christen, Jahwe, zu tun hat, sondern ein Götze ist. | ||
Siehe auch: [[Ökumene der Religionen]], [[Islam]], [[Judentum]], [[Jesus Christus]], [Assisi, Franz von|Assisi], [[Neue Weltordnung]]. | Siehe auch: [[Ökumene der Religionen]], [[Islam]], [[Judentum]], [[Jesus Christus]], [[Assisi, Franz von|Assisi]], [[Neue Weltordnung]]. | ||
{{Footer|URL=https://www.bibel-glaube.de/handbuch_orientierung/Abrahamitische_Religionen.html|AUTHOR=[[User:Rainer.Wagner | Rainer Wagner ]]|KATHEGORIES=[[Kategorie:Ökumene]]|LITERATURE=H. v. Glasenapp, Die fünf Weltreligionen, 1963<br/> R. Scheffbuch, Bangkok 73, 1974<br/> Lausanner Bewegung, Christlicher Glaube und Islam, 1997<br/> R. Wagner, Gemeinde Jesu zwischen Spaltungen und Ökumene, 2002}} | {{Footer|URL=https://www.bibel-glaube.de/handbuch_orientierung/Abrahamitische_Religionen.html|AUTHOR=[[User:Rainer.Wagner | Rainer Wagner ]]|KATHEGORIES=[[Kategorie:Ökumene]]|LITERATURE=H. v. Glasenapp, Die fünf Weltreligionen, 1963<br/> R. Scheffbuch, Bangkok 73, 1974<br/> Lausanner Bewegung, Christlicher Glaube und Islam, 1997<br/> R. Wagner, Gemeinde Jesu zwischen Spaltungen und Ökumene, 2002}} | ||
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