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Liberale Theologie: Unterschied zwischen den Versionen

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3.3. Religionsgeschichtliche Schule
3.3. Religionsgeschichtliche Schule


Die Religionsgeschichtliche Schule (Hermann Gunkel, 1862-1932; Wilhelm Bousset, 1865-1920; Wilhelm Heitmüller, 1869-1926; Johannes Weiß, 1863-1914; aber in gewisser Weise auch Ernst Troltsch, 1865-1923 und Albert Schweitzer, 1875-1965) stellt das Neue Testament in seine religiöse Umwelt hinein und erliegt damit allem Anschein nach der Gefahr, die Besonderheit der neutestamentlichen Botschaft zu verlieren. Die Religionsgeschichtliche Schule kann auch als Reaktion auf die zunehmend unfruchtbar werdende Literarkritik angesehen werden. Einen Fortschritt stellt sie dennoch nicht dar mit ihrer Forschung am Mythos, weil sie davon die Botschaft der Bibel nicht grundlegend abhob.
Die Religionsgeschichtliche Schule (Hermann Gunkel, 1862-1932; Wilhelm Bousset, 1865-1920; Wilhelm Heitmüller, 1869-1926; Johannes Weiß, 1863-1914; aber in gewisser Weise auch Ernst Troltsch, 1865-1923 und Albert Schweitzer, 1875-1965) stellt das Neue Testament in seine religiöse Umwelt hinein und erliegt damit allem Anschein nach der Gefahr, die Besonderheit der neutestamentlichen Botschaft zu verlieren. Die Religionsgeschichtliche Schule kann auch als Reaktion auf die zunehmend unfruchtbar werdende Literarkritik angesehen werden. Einen Fortschritt stellt sie dennoch nicht dar mit ihrer Forschung am Mythos, weil sie davon die Botschaft der Bibel nicht grundlegend abhob.3.4. Troeltsch, Rothe, Schweitzer
3.4. Troeltsch, Rothe, Schweitzer


Im weiteren Sinne sind auch Ernst Troeltsch und Albert Schweitzer der Religionsgeschichtlichen Schule zuzurechnen, während Richard Rothe (1789-1867) eher der Richtung Albrecht Ritschls zuzuzählen ist, trotz aller Selbständigkeit. Ernst Troeltsch (1865-1923) meint, aufgrund historischen Denkens sei die "Absolutheit des Christentums" zu verneinen. Für Troeltsch beginnt die "Moderne" nicht mehr mit der Reformation, sondern erst mit der Aufklärung. Den Spiritualismus betrachtet er als die "Geheimreligion" des modernen Gebildeten. Im übrigen vertritt Troeltsch die üblichen Positionen liberaler Theologie: ein diesseitig verstandenes Reich Gottes, die Subjektivität des Glaubens; er wird aber immer pessimistischer darin, die christliche Ethik könnte noch auf die Geschichte einwirken. In der Ablehnung der liberaler Theologie eigenen optimistischen Sicht mag sich deren Krise bereits andeuten, die dann vollends durch den Ersten Weltkrieg von einem Optimismus in Pessimismus umschlug. Troeltsch hat denn auch später die christliche Persönlichkeit hervorgehoben und blieb damit der Vorstellung eines subjektiven Christentums treu:
Im weiteren Sinne sind auch Ernst Troeltsch und Albert Schweitzer der Religionsgeschichtlichen Schule zuzurechnen, während Richard Rothe (1789-1867) eher der Richtung Albrecht Ritschls zuzuzählen ist, trotz aller Selbständigkeit. Ernst Troeltsch (1865-1923) meint, aufgrund historischen Denkens sei die "Absolutheit des Christentums" zu verneinen. Für Troeltsch beginnt die "Moderne" nicht mehr mit der Reformation, sondern erst mit der Aufklärung. Den Spiritualismus betrachtet er als die "Geheimreligion" des modernen Gebildeten. Im übrigen vertritt Troeltsch die üblichen Positionen liberaler Theologie: ein diesseitig verstandenes Reich Gottes, die Subjektivität des Glaubens; er wird aber immer pessimistischer darin, die christliche Ethik könnte noch auf die Geschichte einwirken. In der Ablehnung der liberaler Theologie eigenen optimistischen Sicht mag sich deren Krise bereits andeuten, die dann vollends durch den Ersten Weltkrieg von einem Optimismus in Pessimismus umschlug. Troeltsch hat denn auch später die christliche Persönlichkeit hervorgehoben und blieb damit der Vorstellung eines subjektiven Christentums treu:
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==Literaturhinweise==
==Literaturhinweise==


EKL, 3. Aufl., Bd. 3, Art. Liberale Theologie, Sp. 86-98, v. F. W. Graf</br>
EKL, 3. Aufl., Bd. 3, Art. Liberale Theologie, Sp. 86-98, v. F. W. Graf</br>Evangelisches Gemeindelexikon, liberale Theologie, S. 327-329, v. M. Roensch</br>siehe auch: Theologie, Neuere, S. 503-507, v. H. Egelkraut</br>ELThG, Bd. 2, Liberale Theologie, S. 1238-1240, v. F. Flückiger</br>EStL, 2. Aufl. Art. Liberalismus, III. der Liberalismus in Theologie und Kirche, Sp. 1487-1490</br>RGG, 3. Aufl., Bd. 4, Sp. 351-355, Art. Theol. und kirchl. Liberalismus, v. H. Grass</br>U. Neuenschwander, Die neue liberale Theologie, 1953</br>W. Nigg, Geschichte des religiösen Liberalismus, 1937</br>A. Schweitzer, Geschichte der Leben Jesu Forschung, div. Aufl.</br>
Evangelisches Gemeindelexikon, liberale Theologie, S. 327-329, v. M. Roensch</br>
siehe auch: Theologie, Neuere, S. 503-507, v. H. Egelkraut</br>
ELThG, Bd. 2, Liberale Theologie, S. 1238-1240, v. F. Flückiger</br>
EStL, 2. Aufl. Art. Liberalismus, III. der Liberalismus in Theologie und Kirche, Sp. 1487-1490</br>
RGG, 3. Aufl., Bd. 4, Sp. 351-355, Art. Theol. und kirchl. Liberalismus, v. H. Grass</br>
U. Neuenschwander, Die neue liberale Theologie, 1953</br>
W. Nigg, Geschichte des religiösen Liberalismus, 1937</br>
A. Schweitzer, Geschichte der Leben Jesu Forschung, div. Aufl.</br>


==Einzelhinweise und Quellen==
==Einzelhinweise und Quellen==


Originärer Autor: Lothar Gassmann
Originärer Autor: [[Benutzer:Walter.Rominger|Walter Rominger]]


Ursprungsquelle dieses Artikels: https://www.bibel-glaube.de/handbuch_orientierung/Irak.html (Abgerufen am 18. 02. 2022, 00:06)
Ursprungsquelle dieses Artikels: [https://www.bibel-glaube.de/handbuch_orientierung/Liberale_Theologie.html https://www.bibel-glaube.de/handbuch_orientierung/Irak.html] (Abgerufen am 20. 02. 2022, 15:36)
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