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== „Unbiblisch“ == | == „Unbiblisch“ == | ||
Welche ''„biblischen“ Argumente'' werden nun von den Zeugen Jehovas - neben dem „Rationalismus-Argument“ - gegen die göttliche Dreieinigkeit vorgebracht? Ich zitiere ausführlich die Zusammenstellung der wesentlichen Aussagen in der Schrift „Die Wahrheit, die zum ewigen Leben führt“ (S. 22-24): | Welche ''„biblischen“ Argumente'' werden nun von den Zeugen Jehovas - neben dem „Rationalismus-Argument“ - gegen die göttliche Dreieinigkeit vorgebracht? Ich zitiere ausführlich die Zusammenstellung der wesentlichen Aussagen in der Schrift <blockquote>„Die Wahrheit, die zum ewigen Leben führt“ (S. 22-24): „Im Athanasianischen Glaubensbekenntnis, das etwa aus dem 8. Jahrhundert unserer Zeitrechnung stammt, heißt es, daß alle drei Personen miteinander gleich ewig (daher ohne Anfang) und alle drei allmächtig seien. Auch heißt es darin: ´Unter diesen drei Personen ist keine die erste, keine die letzte, keine die größte, keine die kleinste.` Ist diese Lehre vernünftig? Und was noch wichtiger ist: Ist sie in Übereinstimmung mit der Bibel? </blockquote>Diese Lehre war den hebräischen Propheten und den christlichen Aposteln unbekannt... Die ersten Christen, die direkt von Jesus Christus belehrt wurden, glaubten nicht, Gott sei ein ´dreieiniger Gott`. | ||
„Im Athanasianischen Glaubensbekenntnis, das etwa aus dem 8. Jahrhundert unserer Zeitrechnung stammt, heißt es, daß alle drei Personen miteinander gleich ewig (daher ohne Anfang) und alle drei allmächtig seien. Auch heißt es darin: ´Unter diesen drei Personen ist keine die erste, keine die letzte, keine die größte, keine die kleinste.` Ist diese Lehre vernünftig? Und was noch wichtiger ist: Ist sie in Übereinstimmung mit der Bibel? | |||
Diese Lehre war den hebräischen Propheten und den christlichen Aposteln unbekannt... Die ersten Christen, die direkt von Jesus Christus belehrt wurden, glaubten nicht, Gott sei ein ´dreieiniger Gott`. | |||
Als Jesus auf Erden wirkte, war er ganz bestimmt ''nicht'' gleich groß wie sein Vater, denn er sagte, daß es Dinge gebe, die weder er noch irgendein Engel, sondern nur Gott wisse. (Markus 13:32) Er betete auch zu seinem Vater um Hilfe, wenn er sich in einer Prüfung befand. (Lukas 22:41,42) Auch sagte er selbst: ´Der Vater ist größer als ich.` (Johannes 14:28) Deshalb bezeichnete Jesus seinen Vater auch als ´meinen Gott` und als den ´allein wahren Gott`. - Johannes 20:17; 17:3. | Als Jesus auf Erden wirkte, war er ganz bestimmt ''nicht'' gleich groß wie sein Vater, denn er sagte, daß es Dinge gebe, die weder er noch irgendein Engel, sondern nur Gott wisse. (Markus 13:32) Er betete auch zu seinem Vater um Hilfe, wenn er sich in einer Prüfung befand. (Lukas 22:41,42) Auch sagte er selbst: ´Der Vater ist größer als ich.` (Johannes 14:28) Deshalb bezeichnete Jesus seinen Vater auch als ´meinen Gott` und als den ´allein wahren Gott`. - Johannes 20:17; 17:3. | ||
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Die grundlegende Lehre, daß Jesus Christus wesensmäßig nicht auf der Seite Gottes, sondern ganz auf der Seite der ''Geschöpfe'' stehe, haben die Zeugen Jehovas mit Arius gemeinsam. Nicht ohne Grund rechnen sie Arius zu den „Sendboten der Offenbarung“ neben Wiclif, Luther, Russell und anderen! In der Ausgestaltung dieses Ansatzes treten freilich Besonderheiten auf. So sei Jesus (nach Ansicht der Zeugen Jehovas) vor seiner Menschwerdung ein Engel (der ''Erzengel Michael'') gewesen, bei seiner Menschwerdung ''ganz Mensch'' (als Gegenbild zu Adam) geworden und bei der Auferstehung wieder zu einem ''Engelwesen'' erhöht worden, nun aber auf einer vollkommeneren Stufe. ''Charles Taze Russell'' spricht in seinem Werk „Der Plan der Zeitalter“ von einer ganzen ''Hierarchie der Geschöpfe'' (vom Mineralreich bis zu den höchsten Geistwesen), die sich höherentwickeln und in die er Jesus Christus, aber auch Jehova (als „höchste Stufe“) einordnet: <blockquote>„Die Schrift lehrt, daß es zwei, aber auch nur zwei vollkommene Menschen gegeben hat - Adam und Jesus ... So ist es auch mit den Graden der geistigen Wesen; obwohl vollkommen an sich, stehen sie der Natur oder der Art nach zu einander im Verhältnis von höher und niedriger. Die göttliche Natur ist die höchste und über alle anderen erhaben. Christus war bei seiner Auferstehung ''´so viel besser geworden`'' wie vollkommene Engel, als die göttliche Natur über der Natur der Engel steht ... Obgleich er [sc. der Mensch] das höchste der animalischen oder irdischen Wesen ist, so ist er doch ´ein wenig niedriger als die ´Engel`, weil Engel geistige oder himmlische Wesen sind... Es wird uns berichtet, daß unser Herr, ehe er seine Herrlichkeit verließ, um Mensch zu werden, ´in göttlicher Gestalt` - in einer geistigen Gestalt, ein Geistwesen - war, daß er aber, um für die Menschheit das Lösegeld zu werden, ein Mensch, d. i. von derselben Natur werden mußte, wie der Sünder, dessen Stellvertreter er im Tode werden sollte. Daher war es notwendig, daß er seine Natur wechselte; und Paulus sagt uns, daß er nicht die Natur der Engel annahm, eine Stufe niedriger als seine eigene, sondern zwei Stufen herabkam, und die Menschennatur annahm - ein Mensch wurde ... zu jener Zeit war er noch nicht so hoch, als wie er jetzt ist; denn Gott hat ihn ´erhöhet`, ´hoch erhoben`... Er ist jetzt von der höchsten Ordnung der Geistwesen, ein Teilhaber der göttlichen Natur, der Natur Jehovas“ (Russell 1912, S. 178 ff.). </blockquote>Die in Wirklichkeit absolute ''qualitative'' (wesensmäßige) Unterschiedenheit zwischen Gott und Mensch wird hier zu einer rein ''quantitativen'' (graduellen) Unterschiedenheit verfälscht, zumindest bei Russell. Die Lehre von einer solchen Hierarchie, die Jesus Christus seine Gottheit rauben möchte und gar keinen absoluten, von den Geschöpfen wesensmäßig unterschiedenen Gott kennt, berührt sich gefährlich mit ''spiritualistischen'' und ''spiritistischen'' Auffassungen von „Geisterreichen“ und findet sich daher auch bei (anderen) esoterischen Systemen, z. B. in der ''Anthroposophie'' (vgl. Gassmann 1993, S. 152 ff.). | Die grundlegende Lehre, daß Jesus Christus wesensmäßig nicht auf der Seite Gottes, sondern ganz auf der Seite der ''Geschöpfe'' stehe, haben die Zeugen Jehovas mit Arius gemeinsam. Nicht ohne Grund rechnen sie Arius zu den „Sendboten der Offenbarung“ neben Wiclif, Luther, Russell und anderen! In der Ausgestaltung dieses Ansatzes treten freilich Besonderheiten auf. So sei Jesus (nach Ansicht der Zeugen Jehovas) vor seiner Menschwerdung ein Engel (der ''Erzengel Michael'') gewesen, bei seiner Menschwerdung ''ganz Mensch'' (als Gegenbild zu Adam) geworden und bei der Auferstehung wieder zu einem ''Engelwesen'' erhöht worden, nun aber auf einer vollkommeneren Stufe. ''Charles Taze Russell'' spricht in seinem Werk „Der Plan der Zeitalter“ von einer ganzen ''Hierarchie der Geschöpfe'' (vom Mineralreich bis zu den höchsten Geistwesen), die sich höherentwickeln und in die er Jesus Christus, aber auch Jehova (als „höchste Stufe“) einordnet: <blockquote>„Die Schrift lehrt, daß es zwei, aber auch nur zwei vollkommene Menschen gegeben hat - Adam und Jesus ... So ist es auch mit den Graden der geistigen Wesen; obwohl vollkommen an sich, stehen sie der Natur oder der Art nach zu einander im Verhältnis von höher und niedriger. Die göttliche Natur ist die höchste und über alle anderen erhaben. Christus war bei seiner Auferstehung ''´so viel besser geworden`'' wie vollkommene Engel, als die göttliche Natur über der Natur der Engel steht ... Obgleich er [sc. der Mensch] das höchste der animalischen oder irdischen Wesen ist, so ist er doch ´ein wenig niedriger als die ´Engel`, weil Engel geistige oder himmlische Wesen sind... Es wird uns berichtet, daß unser Herr, ehe er seine Herrlichkeit verließ, um Mensch zu werden, ´in göttlicher Gestalt` - in einer geistigen Gestalt, ein Geistwesen - war, daß er aber, um für die Menschheit das Lösegeld zu werden, ein Mensch, d. i. von derselben Natur werden mußte, wie der Sünder, dessen Stellvertreter er im Tode werden sollte. Daher war es notwendig, daß er seine Natur wechselte; und Paulus sagt uns, daß er nicht die Natur der Engel annahm, eine Stufe niedriger als seine eigene, sondern zwei Stufen herabkam, und die Menschennatur annahm - ein Mensch wurde ... zu jener Zeit war er noch nicht so hoch, als wie er jetzt ist; denn Gott hat ihn ´erhöhet`, ´hoch erhoben`... Er ist jetzt von der höchsten Ordnung der Geistwesen, ein Teilhaber der göttlichen Natur, der Natur Jehovas“ (Russell 1912, S. 178 ff.). </blockquote>Die in Wirklichkeit absolute ''qualitative'' (wesensmäßige) Unterschiedenheit zwischen Gott und Mensch wird hier zu einer rein ''quantitativen'' (graduellen) Unterschiedenheit verfälscht, zumindest bei Russell. Die Lehre von einer solchen Hierarchie, die Jesus Christus seine Gottheit rauben möchte und gar keinen absoluten, von den Geschöpfen wesensmäßig unterschiedenen Gott kennt, berührt sich gefährlich mit ''spiritualistischen'' und ''spiritistischen'' Auffassungen von „Geisterreichen“ und findet sich daher auch bei (anderen) esoterischen Systemen, z. B. in der ''Anthroposophie'' (vgl. Gassmann 1993, S. 152 ff.). | ||
Auch Russells Nachfolger ''Joseph Franklin Rutherford'' erkennt die Gottheit Jesu Christi nicht an. Er führt in seiner Schrift „Schöpfung“ folgendes aus: | Auch Russells Nachfolger ''Joseph Franklin Rutherford'' erkennt die Gottheit Jesu Christi nicht an. Er führt in seiner Schrift „Schöpfung“ folgendes aus: <blockquote>„Gott ist kein geistiges ´Geschöpf`, aber er ist ein Geistwesen. Der ´Logos` ist ein geistiges ´Geschöpf` und wurde von dem großen Geist Jehova erschaffen. Von der Zeit seiner Erschaffung an war er bei Gott, in seiner Gegenwart, und er war seine Freude. Es ist daher völlig zutreffend, wenn wir schriftgemäß erklären, daß der Logos, jetzt als Jesus Christus bekannt, der große und mächtige Sohn Gottes, ein Geistwesen und das erste Geschöpf aller Schöpfung Gottes ist... ´Erzengel` ist der Name, der einigen anderen geistigen Geschöpfen Gottes verliehen ist, welcher Name ´Erster im Rang` bedeutet... Der Titel oder Name Erzengel ist zeitweise auch auf den Logos, wenn er Jehova in einer gewissen oder besonderen Eigenschaft zu dienen hatte, angewandt. Einer seiner Titel ist ´Michael`, was ´Gottgleich` bedeutet (Judas 9; Daniel 10:13; Offenbarung 12:7). Es scheint jedenfalls ganz klar, daß der Titel Michael auf Jehovas Sendboten angewandt ist, der mit höchster Vollmacht bekleidet und mit einem besonderen Auftrag ausgesandt ist“ (S. 14 f.). </blockquote>Im ''Bibellexikon'' der Zeugen Jehovas wird unter dem Stichwort „Das Wort“ behauptet, „göttlich“ bedeute lediglich „gottähnlich“, der Logos Jesus sei „nicht ''der'' Gott, der allmächtige Gott, sondern ein ´Mächtiger`, ein Gott“, „Gottes einzige direkte Schöpfung“, „derjenige ... den Gott beim Erschaffen aller anderen Dinge gebrauchte“, „´Mund` oder Wortführer seines Vaters“, „sein Kommunikationsmittel zur Weitergabe von Informationen und Anweisungen an die anderen Geist- und Menschensöhne des Schöpfers“ (HVB, S. 1.582 f.). | ||
„Gott ist kein geistiges ´Geschöpf`, aber er ist ein Geistwesen. Der ´Logos` ist ein geistiges ´Geschöpf` und wurde von dem großen Geist Jehova erschaffen. Von der Zeit seiner Erschaffung an war er bei Gott, in seiner Gegenwart, und er war seine Freude. Es ist daher völlig zutreffend, wenn wir schriftgemäß erklären, daß der Logos, jetzt als Jesus Christus bekannt, der große und mächtige Sohn Gottes, ein Geistwesen und das erste Geschöpf aller Schöpfung Gottes ist... ´Erzengel` ist der Name, der einigen anderen geistigen Geschöpfen Gottes verliehen ist, welcher Name ´Erster im Rang` bedeutet... Der Titel oder Name Erzengel ist zeitweise auch auf den Logos, wenn er Jehova in einer gewissen oder besonderen Eigenschaft zu dienen hatte, angewandt. Einer seiner Titel ist ´Michael`, was ´Gottgleich` bedeutet (Judas 9; Daniel 10:13; Offenbarung 12:7). Es scheint jedenfalls ganz klar, daß der Titel Michael auf Jehovas Sendboten angewandt ist, der mit höchster Vollmacht bekleidet und mit einem besonderen Auftrag ausgesandt ist“ (S. 14 f.). | |||
Im ''Bibellexikon'' der Zeugen Jehovas wird unter dem Stichwort „Das Wort“ behauptet, „göttlich“ bedeute lediglich „gottähnlich“, der Logos Jesus sei „nicht ''der'' Gott, der allmächtige Gott, sondern ein ´Mächtiger`, ein Gott“, „Gottes einzige direkte Schöpfung“, „derjenige ... den Gott beim Erschaffen aller anderen Dinge gebrauchte“, „´Mund` oder Wortführer seines Vaters“, „sein Kommunikationsmittel zur Weitergabe von Informationen und Anweisungen an die anderen Geist- und Menschensöhne des Schöpfers“ (HVB, S. 1.582 f.). | |||
== „Der heilige Geist - Gottes wirksame Kraft“ == | == „Der heilige Geist - Gottes wirksame Kraft“ == | ||
Über den „heiligen Geist“ lesen wir bei Joseph Franklin Rutherford in seinem Buch „Die Harfe Gottes“: | Über den „heiligen Geist“ lesen wir bei Joseph Franklin Rutherford in seinem Buch „Die Harfe Gottes“:<blockquote>„Der Heilige Geist ist die unsichtbare Kraft und Energie, der unsichtbare Einfluß Jehovas. Gott ist heilig; darum ist seine Kraft, seine Energie und sein Einfluß heilig“ (S. 91).</blockquote> | ||
„Der Heilige Geist ist die unsichtbare Kraft und Energie, der unsichtbare Einfluß Jehovas. Gott ist heilig; darum ist seine Kraft, seine Energie und sein Einfluß heilig“ (S. 91). | |||
In ähnlicher Weise wird der Geist Gottes in der Wachtturm-Schrift „Sollte man an die Dreieinigkeit glauben?“ als „kontrollierte Kraft“ charakterisiert und sogar mit dem elektrischen Strom verglichen: <blockquote>„Die Art und Weise, wie in der Bibel der Ausdruck ´heiliger Geist` gebraucht wird, läßt erkennen, daß er eine kontrollierte Kraft ist, die Jehova Gott dazu dient, seine mannigfaltigen Vorsätze zu verwirklichen. Er kann in einer gewissen Weise mit dem elektrischen Strom verglichen werden, einer Kraft, die sich für die verschiedensten Zwecke einsetzen läßt. In 1. Mose 1:2 heißt es: ´Gottes wirksame Kraft [´Geist` (hebräisch: ''rúach'')] bewegte sich hin und her über der Oberfläche der Wasser.` In diesem Fall diente Gottes Geist, seine wirksame Kraft, dazu, die Erde zu gestalten“ (S. 20). </blockquote>Dieser Vergleich des Geistes mit dem elektrischen Strom begegnet nicht nur bei den Zeugen Jehovas, sondern auch im ''[[Okkultismus]]'' und ''[[Spiritismus]]'', mit dem die Zeugen Jehovas infolge ihres Gottesbildes mehr gemeinsam haben, als sie wahrhaben wollen. Auf Berührungen mit dem Spiritisten Johannes Greber habe ich im Zusammenhang mit der [[Neue-Welt-Übersetzung]] hingewiesen. Auch der verdinglichte Geistbegriff besitzt esoterische Wurzeln und ähnelt sehr der ''„Lebenskraft“'', die unter verschiedenen Bezeichnungen in unterschiedlichen esoterischen Systemen begegnet. Bezieht man Russells oben zitierte Ansicht von der Hierarchie der Geschöpfe und Geistwesen in das Gesamtbild mit ein, dann wird der Zusammenhang noch deutlicher. | In ähnlicher Weise wird der Geist Gottes in der Wachtturm-Schrift „Sollte man an die Dreieinigkeit glauben?“ als „kontrollierte Kraft“ charakterisiert und sogar mit dem elektrischen Strom verglichen: <blockquote>„Die Art und Weise, wie in der Bibel der Ausdruck ´heiliger Geist` gebraucht wird, läßt erkennen, daß er eine kontrollierte Kraft ist, die Jehova Gott dazu dient, seine mannigfaltigen Vorsätze zu verwirklichen. Er kann in einer gewissen Weise mit dem elektrischen Strom verglichen werden, einer Kraft, die sich für die verschiedensten Zwecke einsetzen läßt. In 1. Mose 1:2 heißt es: ´Gottes wirksame Kraft [´Geist` (hebräisch: ''rúach'')] bewegte sich hin und her über der Oberfläche der Wasser.` In diesem Fall diente Gottes Geist, seine wirksame Kraft, dazu, die Erde zu gestalten“ (S. 20). </blockquote>Dieser Vergleich des Geistes mit dem elektrischen Strom begegnet nicht nur bei den Zeugen Jehovas, sondern auch im ''[[Okkultismus]]'' und ''[[Spiritismus]]'', mit dem die Zeugen Jehovas infolge ihres Gottesbildes mehr gemeinsam haben, als sie wahrhaben wollen. Auf Berührungen mit dem Spiritisten Johannes Greber habe ich im Zusammenhang mit der [[Neue-Welt-Übersetzung]] hingewiesen. Auch der verdinglichte Geistbegriff besitzt esoterische Wurzeln und ähnelt sehr der ''„Lebenskraft“'', die unter verschiedenen Bezeichnungen in unterschiedlichen esoterischen Systemen begegnet. Bezieht man Russells oben zitierte Ansicht von der Hierarchie der Geschöpfe und Geistwesen in das Gesamtbild mit ein, dann wird der Zusammenhang noch deutlicher. | ||
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<blockquote>„Der in der Daseinsweise Gottes sich befand, hielt nicht gierig daran fest, Gott gleich zu sein, sondern er entäußerte sich selbst, Sklavendasein annehmend, ein Gleichbild der Menschen wurde er; und im Äußeren erfunden als Mensch erniedrigte er sich selbst (und) wurde gehorsam bis zum Tod, ja zum Kreuzestod. Deshalb hat Gott ihn auch so sehr erhöht und ihm den Namen, der über jedem Namen (ist), geschenkt, damit im Namen Jesu jedes Knie sich beuge der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen und jede Zunge bekenne: Herr (ist) Jesus Christus zur Ehre Gottes des Vaters“ (Übersetzung: J. Gnilka, 1982, S. 111). </blockquote>Dieser in der theologischen Forschung oft als „früher Christushymnus der Urgemeinde“ betrachtete und wichtige Text macht deutlich, daß Jesus Christus ursprünglich in der ''morphé'' (Gestalt) Gottes war: ''en morphé theou hypárchon''. Die ''morphé theou,'' welche Christus trägt, ist die „das Sein von seinem Wesen her prägende Daseinsweise“ (ebd. S. 114). Mit seiner Fleischwerdung beschloß Christus freiwillig, sich der Autorität des Vaters zu unterstellen - nicht weil er es mußte, sondern weil er es wollte: „Er hielt nicht gierig daran fest, Gott gleich zu sein.“ Aufgrund des eben genannten Ausgangspunktes kommt nur diese Übersetzung von ''harpagmon'' infrage (und nicht die Übersetzung „gewaltsame Besitzergreifung“, welche die WTG vorschlägt; vgl. „Unterredungen anhand der Schriften“, S. 105). Daß Jesus seine Gleichheit mit Gott aufgeben konnte, setzt also voraus, daß er diese Gleichheit besaß. Gott wurde Mensch (vgl. Joh 1, 14). Jesus unterwarf sich seinem Vater dem ''Rang'', aber nicht der ''Natur'' nach. Diese Unterwerfung ändert nichts an seiner Wesensgleichheit mit dem Vater und dem Heiligen Geist. | <blockquote>„Der in der Daseinsweise Gottes sich befand, hielt nicht gierig daran fest, Gott gleich zu sein, sondern er entäußerte sich selbst, Sklavendasein annehmend, ein Gleichbild der Menschen wurde er; und im Äußeren erfunden als Mensch erniedrigte er sich selbst (und) wurde gehorsam bis zum Tod, ja zum Kreuzestod. Deshalb hat Gott ihn auch so sehr erhöht und ihm den Namen, der über jedem Namen (ist), geschenkt, damit im Namen Jesu jedes Knie sich beuge der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen und jede Zunge bekenne: Herr (ist) Jesus Christus zur Ehre Gottes des Vaters“ (Übersetzung: J. Gnilka, 1982, S. 111). </blockquote>Dieser in der theologischen Forschung oft als „früher Christushymnus der Urgemeinde“ betrachtete und wichtige Text macht deutlich, daß Jesus Christus ursprünglich in der ''morphé'' (Gestalt) Gottes war: ''en morphé theou hypárchon''. Die ''morphé theou,'' welche Christus trägt, ist die „das Sein von seinem Wesen her prägende Daseinsweise“ (ebd. S. 114). Mit seiner Fleischwerdung beschloß Christus freiwillig, sich der Autorität des Vaters zu unterstellen - nicht weil er es mußte, sondern weil er es wollte: „Er hielt nicht gierig daran fest, Gott gleich zu sein.“ Aufgrund des eben genannten Ausgangspunktes kommt nur diese Übersetzung von ''harpagmon'' infrage (und nicht die Übersetzung „gewaltsame Besitzergreifung“, welche die WTG vorschlägt; vgl. „Unterredungen anhand der Schriften“, S. 105). Daß Jesus seine Gleichheit mit Gott aufgeben konnte, setzt also voraus, daß er diese Gleichheit besaß. Gott wurde Mensch (vgl. Joh 1, 14). Jesus unterwarf sich seinem Vater dem ''Rang'', aber nicht der ''Natur'' nach. Diese Unterwerfung ändert nichts an seiner Wesensgleichheit mit dem Vater und dem Heiligen Geist. | ||
Jesus besaß und besitzt also das Wesen Gottes, hielt aber nicht an seiner göttlichen Stellung fest, sondern entäußerte sich selbst und nahm die ''morphé doulou'' (Knechtsgestalt oder Sklavendasein) an. Es fand die Inkarnation des Gottwesens statt. „War es dort die Daseinsweise Gottes, so jetzt die des Sklaven.“ Der Philipperhymnus beschreibt den „Weg des Präexistenten, der von sich aus die Sklaverei des Menschseins auf sich nimmt“ (Gnilka, ebd., S. 118 ff.). | Jesus besaß und besitzt also das Wesen Gottes, hielt aber nicht an seiner göttlichen Stellung fest, sondern entäußerte sich selbst und nahm die ''morphé doulou'' (Knechtsgestalt oder Sklavendasein) an. Es fand die Inkarnation des Gottwesens statt. „War es dort die Daseinsweise Gottes, so jetzt die des Sklaven.“ Der Philipperhymnus beschreibt den <blockquote>„Weg des Präexistenten, der von sich aus die Sklaverei des Menschseins auf sich nimmt“ (Gnilka, ebd., S. 118 ff.). </blockquote> | ||
War deshalb Jesus nur ein Mensch, wie die Arianer und Zeugen Jehovas behaupten? Keineswegs. Er verzichtete lediglich während der Zeit seiner irdischen Daseinsweise auf seine Gleichheit mit Gott, ordnete sich freiwillig dem Vater unter ''(Erniedrigung)'' und wurde (wie sich aus Hebr 4,15 ergibt) Mensch wie wir, doch ohne Sünde, um uns Menschen zu erlösen. Seine Inkarnation kam der Entäußerung ''(Kenosis)'' seiner Gottgleichheit gleich (er verzichtete auf den Gebrauch bestimmter göttlicher Eigenschaften), die ihm nach seinem Kreuzestod wieder in Fülle zuteil wurde ''(Erhöhung)''. Einst wird sich „jedes Knie vor ihm beugen ... und jede Zunge bekennen: Herr ist Jesus Christus“ (V. 10-11). Bereits der Kirchenvater Athanasius hat sich in seiner Auseinandersetzung mit den Arianern ausführlich mit Phil 2,6-11 beschäftigt und den soteriologischen Aspekt der Erniedrigung und Erhöhung des Logos Jesus Christus hervorgehoben: <blockquote>„Wenn nämlich der Herr nicht Mensch geworden wäre, so wären wir nicht von den Sünden erlöst worden und wären nicht von den Toten auferstanden, sondern wir wären tot unter der Erde geblieben. Und wir wären auch nicht in den Himmel erhöht worden, sondern wir würden in der Unterwelt liegen. Unsertwegen und für uns also heißt es: ´Er erhöhte` und: ´Er gab`“ (Gegen die Arianer I, 43; BKV 13, S. 81). </blockquote>Nun ist in V. 9-11 des Philipperhymnus ein Zitat aus ''Jes 45,22-24'' aufgenommen, wo es heißt: <blockquote>„Wendet euch zu mir, so werdet ihr gerettet, aller Welt Enden; denn ich bin Gott, und sonst keiner mehr. Ich habe bei mir selbst geschworen, und Gerechtigkeit ist ausgegangen aus meinem Munde, ein Wort, bei dem es bleiben soll: ''Mir'' sollen sich alle Knie beugen und alle Zungen schwören und sagen: In ''JHWH'' habe ich Gerechtigkeit und Stärke.“ </blockquote>Im Philipperhymnus wird gesagt: „Im Namen ''Jesu'' sollen sich alle Knie beugen ... und alle Zungen bekennen: Herr ist Jesus“. Auch hier haben wir also einen deutlichen Hinweis auf die Wesenseinheit Jesu Christi mit JHWH oder Gott dem Vater. Gnilka betont: <blockquote>„Die neue Ausrichtung, die in Phil 2,10 f gegeben ist, besteht ... darin, daß jetzt alles radikal auf Christus übertragen ist. Die Huldigung aller geschieht ''en tó onómati Iesou'' ... Der Kyriostitel muß in Verbindung mit dem atl. Zitat mit dem atl. Gottesnamen gleichgesetzt werden“ (S. 127.129). </blockquote>Aus diesen Beobachtungen an dem für die Frage der Gottheit und Menschheit Jesu Christi zentralen Bibeltext Phil 2,6-11 ergibt sich folgendes Resultat, das auch für die Betrachtung der weiteren Stellen grundlegend ist: Das Verhältnis von göttlichen und menschlichen Eigenschaften bei Jesus Christus kann nur ''heils- und offenbarungsgeschichtlich'' richtig verstanden werden. Das heißt: ''Man darf für die Zeit der irdischen Existenzweise Jesu nicht von allen Prädikaten ausgehen, die Gott dem Vater zukommen.'' Ich habe schon erwähnt, daß sich der Sohn dem Vater untergeordnet hat und daher auf Erden von seiner göttlichen Allmacht, Allgegenwart und Allwissenheit nicht immer Gebrauch machte (erst wieder nach seiner Erhöhung). Von dieser - nur ''zeitweiligen!'' - Unterordnung (Subordination) her erklären sich z. B. die nachfolgend betrachteten Bibelstellen, die zum Teil von den Zeugen Jehovas gegen die Gottheit Jesu ins Feld geführt werden, in ihrer Bedeutung sehr klar. | War deshalb Jesus nur ein Mensch, wie die Arianer und Zeugen Jehovas behaupten? Keineswegs. Er verzichtete lediglich während der Zeit seiner irdischen Daseinsweise auf seine Gleichheit mit Gott, ordnete sich freiwillig dem Vater unter ''(Erniedrigung)'' und wurde (wie sich aus Hebr 4,15 ergibt) Mensch wie wir, doch ohne Sünde, um uns Menschen zu erlösen. Seine Inkarnation kam der Entäußerung ''(Kenosis)'' seiner Gottgleichheit gleich (er verzichtete auf den Gebrauch bestimmter göttlicher Eigenschaften), die ihm nach seinem Kreuzestod wieder in Fülle zuteil wurde ''(Erhöhung)''. Einst wird sich „jedes Knie vor ihm beugen ... und jede Zunge bekennen: Herr ist Jesus Christus“ (V. 10-11). Bereits der Kirchenvater Athanasius hat sich in seiner Auseinandersetzung mit den Arianern ausführlich mit Phil 2,6-11 beschäftigt und den soteriologischen Aspekt der Erniedrigung und Erhöhung des Logos Jesus Christus hervorgehoben: <blockquote>„Wenn nämlich der Herr nicht Mensch geworden wäre, so wären wir nicht von den Sünden erlöst worden und wären nicht von den Toten auferstanden, sondern wir wären tot unter der Erde geblieben. Und wir wären auch nicht in den Himmel erhöht worden, sondern wir würden in der Unterwelt liegen. Unsertwegen und für uns also heißt es: ´Er erhöhte` und: ´Er gab`“ (Gegen die Arianer I, 43; BKV 13, S. 81). </blockquote>Nun ist in V. 9-11 des Philipperhymnus ein Zitat aus ''Jes 45,22-24'' aufgenommen, wo es heißt: <blockquote>„Wendet euch zu mir, so werdet ihr gerettet, aller Welt Enden; denn ich bin Gott, und sonst keiner mehr. Ich habe bei mir selbst geschworen, und Gerechtigkeit ist ausgegangen aus meinem Munde, ein Wort, bei dem es bleiben soll: ''Mir'' sollen sich alle Knie beugen und alle Zungen schwören und sagen: In ''JHWH'' habe ich Gerechtigkeit und Stärke.“ </blockquote>Im Philipperhymnus wird gesagt: „Im Namen ''Jesu'' sollen sich alle Knie beugen ... und alle Zungen bekennen: Herr ist Jesus“. Auch hier haben wir also einen deutlichen Hinweis auf die Wesenseinheit Jesu Christi mit JHWH oder Gott dem Vater. Gnilka betont: <blockquote>„Die neue Ausrichtung, die in Phil 2,10 f gegeben ist, besteht ... darin, daß jetzt alles radikal auf Christus übertragen ist. Die Huldigung aller geschieht ''en tó onómati Iesou'' ... Der Kyriostitel muß in Verbindung mit dem atl. Zitat mit dem atl. Gottesnamen gleichgesetzt werden“ (S. 127.129). </blockquote>Aus diesen Beobachtungen an dem für die Frage der Gottheit und Menschheit Jesu Christi zentralen Bibeltext Phil 2,6-11 ergibt sich folgendes Resultat, das auch für die Betrachtung der weiteren Stellen grundlegend ist: Das Verhältnis von göttlichen und menschlichen Eigenschaften bei Jesus Christus kann nur ''heils- und offenbarungsgeschichtlich'' richtig verstanden werden. Das heißt: ''Man darf für die Zeit der irdischen Existenzweise Jesu nicht von allen Prädikaten ausgehen, die Gott dem Vater zukommen.'' Ich habe schon erwähnt, daß sich der Sohn dem Vater untergeordnet hat und daher auf Erden von seiner göttlichen Allmacht, Allgegenwart und Allwissenheit nicht immer Gebrauch machte (erst wieder nach seiner Erhöhung). Von dieser - nur ''zeitweiligen!'' - Unterordnung (Subordination) her erklären sich z. B. die nachfolgend betrachteten Bibelstellen, die zum Teil von den Zeugen Jehovas gegen die Gottheit Jesu ins Feld geführt werden, in ihrer Bedeutung sehr klar. | ||
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Wenn man bedenkt, daß Jesus nicht der einzige Geistsohn war, den Gott im Himmel schuf, wird einem klar, warum im Falle Jesu der Ausdruck ´einziggezeugt` gebraucht wurde. Zahllose weitere erschaffene Geistwesen, Engel, werden ebenfalls ´Söhne Gottes` genannt - und zwar im gleichen Sinn, wie Adam ein Sohn Gottes war -, weil nämlich ihre Lebenskraft von Jehova Gott stammte, dem Quell des Lebens ... Diese alle wurden jedoch ''durch'' den ´einziggezeugten Sohn` geschaffen, den einzigen, der direkt von Gott gezeugt worden war“ (S. 16). | Wenn man bedenkt, daß Jesus nicht der einzige Geistsohn war, den Gott im Himmel schuf, wird einem klar, warum im Falle Jesu der Ausdruck ´einziggezeugt` gebraucht wurde. Zahllose weitere erschaffene Geistwesen, Engel, werden ebenfalls ´Söhne Gottes` genannt - und zwar im gleichen Sinn, wie Adam ein Sohn Gottes war -, weil nämlich ihre Lebenskraft von Jehova Gott stammte, dem Quell des Lebens ... Diese alle wurden jedoch ''durch'' den ´einziggezeugten Sohn` geschaffen, den einzigen, der direkt von Gott gezeugt worden war“ (S. 16). | ||
Hierzu ist zu sagen, daß die Zeugen Jehovas die Begriffe ''„gezeugt“'' und ''„geschaffen“'', die im den altkirchlichen Bekenntnissen eine so große Rolle spielen, durcheinander werfen. Der in Ewigkeit vom Vater gezeugte Sohn ist eben kein Geschöpf! Er ist „Gott von Gott, Licht vom Lichte ... gezeugt, nicht geschaffen“, wie das Nicänum formuliert. Es ist unmöglich, den Begriff ''monogenés'', der gerade für die anfangslose, ewige innertrinitarische Zeugung des Sohnes aus dem Vater steht, in das Gegenteil (eine zeitliche Erschaffung) umzudeuten. Was vom Menschen gezeugt ist, ist Mensch. So ist auch das, was aus Gott gezeugt ist, Gott. Zeugung kennzeichnet Wesenseinheit, Erschaffung kennzeichnet Wesensverschiedenheit. ''Monogenés'' kann sowohl die ''Einzigartigkeit'' Jesu als auch seine ''göttliche Herkunft'' kennzeichnen und wird im Johannes-Evangelium auch so gebraucht: | Hierzu ist zu sagen, daß die Zeugen Jehovas die Begriffe ''„gezeugt“'' und ''„geschaffen“'', die im den altkirchlichen Bekenntnissen eine so große Rolle spielen, durcheinander werfen. Der in Ewigkeit vom Vater gezeugte Sohn ist eben kein Geschöpf! Er ist „Gott von Gott, Licht vom Lichte ... gezeugt, nicht geschaffen“, wie das Nicänum formuliert. Es ist unmöglich, den Begriff ''monogenés'', der gerade für die anfangslose, ewige innertrinitarische Zeugung des Sohnes aus dem Vater steht, in das Gegenteil (eine zeitliche Erschaffung) umzudeuten. Was vom Menschen gezeugt ist, ist Mensch. So ist auch das, was aus Gott gezeugt ist, Gott. Zeugung kennzeichnet Wesenseinheit, Erschaffung kennzeichnet Wesensverschiedenheit. ''Monogenés'' kann sowohl die ''Einzigartigkeit'' Jesu als auch seine ''göttliche Herkunft'' kennzeichnen und wird im Johannes-Evangelium auch so gebraucht: <blockquote>„''Monogenés'' bedeutet J[oh] 1,14.18; 3,16.18; 1 J[oh] 4,9 keineswegs nur die Einzig''artigkeit'', Unvergleichlichkeit Jesu; er ist an allen diesen Stellen ausdrücklich als ''der Sohn'' bezeichnet ... oder als solcher gedacht ... ''Monogenés'' ist bei Joh Bezeichnung der Abkunft Jesu. ''Monogenés'' ist er als der ''eingeborene'' ... Das Verhältnis des Präexistenten zu Gott ist das des Sohnes zum Vater“ (ThWNT IV/1990, S. 749). </blockquote> | ||
„''Monogenés'' bedeutet J[oh] 1,14.18; 3,16.18; 1 J[oh] 4,9 keineswegs nur die Einzig''artigkeit'', Unvergleichlichkeit Jesu; er ist an allen diesen Stellen ausdrücklich als ''der Sohn'' bezeichnet ... oder als solcher gedacht ... ''Monogenés'' ist bei Joh Bezeichnung der Abkunft Jesu. ''Monogenés'' ist er als der ''eingeborene'' ... Das Verhältnis des Präexistenten zu Gott ist das des Sohnes zum Vater“ (ThWNT IV/1990, S. 749). | |||
=== Johannes 10,30 === | === Johannes 10,30 === | ||
Jesus spricht: „Ich und der Vater sind eins.“ Die Zeugen Jehovas argumentieren, daß ''„eins“'' (griech. ''„hen“'') nicht die Gottheit Jesu kennzeichne, sondern nur die Einheit in der ''Überzeugung'' und im ''Willen'', welche Jehova und Jesus besessen hätten: Vater und Sohn seien „im Willen und in den Absichten vereint“, das Neutrum ''hen'' zeige eine „Einheit in der Zusammenarbeit“ an (Dreieinigkeit, S. 24). Jesus und Jehova seien „eins im Geist ... eins in Zweck und Ziel, eins in harmonischem Handeln“. Sie seien gerade so eins, „wie Jesus späterhin zum Vater betete, daß die Kirche, seine Nachfolger, eins mit ihm gemacht würde“ (Rutherford, Die Harfe Gottes, S. 93). | Jesus spricht: „Ich und der Vater sind eins.“ Die Zeugen Jehovas argumentieren, daß ''„eins“'' (griech. ''„hen“'') nicht die Gottheit Jesu kennzeichne, sondern nur die Einheit in der ''Überzeugung'' und im ''Willen'', welche Jehova und Jesus besessen hätten: Vater und Sohn seien „im Willen und in den Absichten vereint“, das Neutrum ''hen'' zeige eine „Einheit in der Zusammenarbeit“ an (Dreieinigkeit, S. 24). Jesus und Jehova seien „eins im Geist ... eins in Zweck und Ziel, eins in harmonischem Handeln“. Sie seien gerade so eins, „wie Jesus späterhin zum Vater betete, daß die Kirche, seine Nachfolger, eins mit ihm gemacht würde“ (Rutherford, Die Harfe Gottes, S. 93). | ||
Ist wirklich nicht ''mehr'' gemeint als eine Einheit im Wollen und Handeln? Doch! Und das wird an der darauf folgenden Reaktion der Juden deutlich, die Jesu Aussage durchaus verstanden haben: <blockquote>„Da hoben die Juden ... Steine auf, um ihn (Jesus) zu steinigen ... und sprachen: Um eines guten Werkes willen steinigen wir dich nicht, sondern um der Gotteslästerung willen, denn du bist ein Mensch und ''machst dich selbst zu Gott''!“ (V. 31.33). </blockquote>Jesu Aussage war also als Gleichstellung mit Gott verstanden worden und sicherlich auch so gemeint gewesen. Das Neutrum ''hen'' weist - im Unterschied zum Maskulinum ''heis'' - darauf hin, daß es nicht um eine Identität der göttlichen ''Personen'', sondern um eine Einheit des göttlichen ''Wesens'' geht. Wo dies nicht beachtet wird, droht das Mißverständnis des Patripassianismus (s. o.). Nur weil Jesus seine Einheit mit dem göttlichen Wesen des Vaters betont hat, traf ihn der Vorwurf der Gotteslästerung - und nur deshalb sah er sich zu dem auf den ersten Augenblick überraschenden Beweisgang gezwungen, der in den Versen 34-38 folgt. Dort führt er aus, daß, wenn die Juden schon Menschen (wohl Richter; vgl. Ps 82,6) als ''„Götter“'' bezeichnen konnten, er viel mehr das Recht habe, sich ''„Gott“'' zu nennen. | Ist wirklich nicht ''mehr'' gemeint als eine Einheit im Wollen und Handeln? Doch! Und das wird an der darauf folgenden Reaktion der Juden deutlich, die Jesu Aussage durchaus verstanden haben: <blockquote>„Da hoben die Juden ... Steine auf, um ihn (Jesus) zu steinigen ... und sprachen: Um eines guten Werkes willen steinigen wir dich nicht, sondern um der Gotteslästerung willen, denn du bist ein Mensch und ''machst dich selbst zu Gott''!“ (V. 31.33). </blockquote>Jesu Aussage war also als Gleichstellung mit Gott verstanden worden und sicherlich auch so gemeint gewesen. Das Neutrum ''hen'' weist - im Unterschied zum Maskulinum ''heis'' - darauf hin, daß es nicht um eine Identität der göttlichen ''Personen'', sondern um eine Einheit des göttlichen ''Wesens'' geht. Wo dies nicht beachtet wird, droht das Mißverständnis des Patripassianismus (s. o.). Nur weil Jesus seine Einheit mit dem göttlichen Wesen des Vaters betont hat, traf ihn der Vorwurf der Gotteslästerung - und nur deshalb sah er sich zu dem auf den ersten Augenblick überraschenden Beweisgang gezwungen, der in den Versen 34-38 folgt. Dort führt er aus, daß, wenn die Juden schon Menschen (wohl Richter; vgl. Ps 82,6) als ''„Götter“'' bezeichnen konnten, er viel mehr das Recht habe, sich ''„Gott“'' zu nennen. <blockquote>„Erst die Behauptung, daß er mit dem Vater eines sei, und daß darum, wer in seiner Hand sei, eben damit auch in Gottes Hand sei, hatte die Anklage hervorgerufen, daß er sich zu einem Gott mache und somit lästere (29-33). Weil Jesus diese Zeugnisse nicht widerrufen kann und will, führt er einen Beweis, der darauf hinausläuft, daß er sich ''theós'' nennen dürfte, ohne zu lästern“ (Zahn 1921, S. 471). </blockquote>Denn ''noch'' war die Stunde seiner Verherrlichung und völligen Offenbarung nicht gekommen. Das geschah erst nach der Auferstehung. | ||
„Erst die Behauptung, daß er mit dem Vater eines sei, und daß darum, wer in seiner Hand sei, eben damit auch in Gottes Hand sei, hatte die Anklage hervorgerufen, daß er sich zu einem Gott mache und somit lästere (29-33). Weil Jesus diese Zeugnisse nicht widerrufen kann und will, führt er einen Beweis, der darauf hinausläuft, daß er sich ''theós'' nennen dürfte, ohne zu lästern“ (Zahn 1921, S. 471). | |||
Denn ''noch'' war die Stunde seiner Verherrlichung und völligen Offenbarung nicht gekommen. Das geschah erst nach der Auferstehung. | |||
=== Johannes 20,28 === | === Johannes 20,28 === | ||
Thomas sprach zum auferstandenen Herrn Jesus Christus: „Mein Herr und mein Gott!“ Dies ist eine der wichtigsten Stellen im Neuen Testament, wo Jesus klar als Gott bezeichnet wird. Die WTG tut sich daher schwer, sie umzudeuten. In der Schrift „Sollte man an die Dreieinigkeit glauben?“ führt sie aus: | Thomas sprach zum auferstandenen Herrn Jesus Christus: „Mein Herr und mein Gott!“ Dies ist eine der wichtigsten Stellen im Neuen Testament, wo Jesus klar als Gott bezeichnet wird. Die WTG tut sich daher schwer, sie umzudeuten. In der Schrift „Sollte man an die Dreieinigkeit glauben?“ führt sie aus: <blockquote>„Für Thomas war Jesus wie ´ein Gott`, vor allem unter den wundersamen Umständen, die ihn zu diesem Ausruf veranlaßten. Einige Gelehrte meinen, dies seien lediglich gefühlsbetonte Worte des Erstaunens, die Thomas zwar zu Jesus gesprochen, aber an Gott gerichtet habe. Wie dem auch sei, Thomas dachte nicht, Jesus sei der allmächtige Gott, denn er und all die anderen Apostel wußten, daß Jesus nie behauptet hatte, Gott zu sein, sondern lehrte, daß nur Jehova ´der allein wahre Gott` ist (Johannes 17:3)“ (S. 29). </blockquote>Diese „Interpretation“ der Begegnung des auferstandenen Jesus mit dem zweifelnden Thomas geht total am Bibeltext vorbei, denn vom Textzusammenhang her zielt die Geschichte darauf, den Weg des Thomas vom Zweifel zum Glauben an ''Jesus'' als den Auferstandenen zu beschreiben. Deshalb antwortet der auferstandene Herr auf den Ausruf des Thomas: „Weil du mich gesehen hast, Thomas, darum glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben“ (V. 29). Jesus ''bestätigt'' also den Glauben des Thomas, der in seinem Bekenntnis-Ausruf zum Ausdruck kam und durch das doppelt betonte ''„mein“'' nur unmittelbar auf den vor ihm stehenden Jesus (und nicht auf Gott den Vater) bezogen sein konnte (vgl. Harris 1992, S. 108 ff.). Daß Jesus nur „''ein'' Gott“ sei und daß das Neue Testament nicht von der Gottheit Jesu spreche - auf diese Behauptungen bin ich bereits an anderer Stelle eingegangen. | ||
„Für Thomas war Jesus wie ´ein Gott`, vor allem unter den wundersamen Umständen, die ihn zu diesem Ausruf veranlaßten. Einige Gelehrte meinen, dies seien lediglich gefühlsbetonte Worte des Erstaunens, die Thomas zwar zu Jesus gesprochen, aber an Gott gerichtet habe. Wie dem auch sei, Thomas dachte nicht, Jesus sei der allmächtige Gott, denn er und all die anderen Apostel wußten, daß Jesus nie behauptet hatte, Gott zu sein, sondern lehrte, daß nur Jehova ´der allein wahre Gott` ist (Johannes 17:3)“ (S. 29). | |||
Diese „Interpretation“ der Begegnung des auferstandenen Jesus mit dem zweifelnden Thomas geht total am Bibeltext vorbei, denn vom Textzusammenhang her zielt die Geschichte darauf, den Weg des Thomas vom Zweifel zum Glauben an ''Jesus'' als den Auferstandenen zu beschreiben. Deshalb antwortet der auferstandene Herr auf den Ausruf des Thomas: „Weil du mich gesehen hast, Thomas, darum glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben“ (V. 29). Jesus ''bestätigt'' also den Glauben des Thomas, der in seinem Bekenntnis-Ausruf zum Ausdruck kam und durch das doppelt betonte ''„mein“'' nur unmittelbar auf den vor ihm stehenden Jesus (und nicht auf Gott den Vater) bezogen sein konnte (vgl. Harris 1992, S. 108 ff.). Daß Jesus nur „''ein'' Gott“ sei und daß das Neue Testament nicht von der Gottheit Jesu spreche - auf diese Behauptungen bin ich bereits an anderer Stelle eingegangen. | |||
Aber noch ein weiteres ist wichtig: ''„Mein Herr und mein Gott“'' ist im Alten Testament eine häufige Ausdrucksweise, ein feststehender ''Gebetsruf zu Gott den Vater'' (z. B. in 2 Sam 7,28; 1. Kön 18,39; Ps 35,23; 50,3; Jer 31,18; Sach 13,9). Daß dieser Gebets- und Bekenntnisruf hier auf ''Jesus'' angewandt wird, zeigt wiederum seine Wesenseinheit mit Gott auf. Harris resümiert: <blockquote>„Indem Thomas diesen Bekenntnisruf von sich gab, erkannte er die Herrschaft Jesu in den irdischen und himmlischen Reichen und über sein eigenes Leben ''(ho kýrios mou)'' sowie die wesensmäßige Einheit Jesu mit dem Vater an, welche seine Verehrung Jesu rechtfertigte ''(ho theós mou)''. So wie sie in diesem Vers gebraucht werden, sind ''kýrios'' und ''theós'' Titel, nicht Eigennamen. Der erste bestätigt implizit und der zweite explizit die substantielle Gottheit des auferstandenen Jesus“ (Harris 1992, S. 129; Übersetzung: L. G.). </blockquote>'''Kolosser 1,15'''<blockquote>„Er (Christus) ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung“ (Revidierte Lutherübersetzung 1984) | |||
Das Wort ''„andere“'', das im letzten Satz angeklungen ist, wurde von den Herausgebern der NWÜ in Kol 1,16 f. vier Mal in den Text eingefügt, obwohl es sich im griechischen Neuen Testament in diesen Versen nicht findet. Damit soll der Gedanke unterstrichen werden, daß Jesus das erste unter vielen „anderen“ ''Geschöpfen'' sei. Wie ich aber schon im Artikel [[Neue-Welt-Übersetzung]] nachgewiesen habe, sind solche Eintragungen in den Text illegitim und beweisen nichts. | „Er ist das Bild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene aller Schöpfung“ (NWÜ 1986). </blockquote>Die Lutherübersetzung sieht Christus auf der Seite des Schöpfers - zeitlich betrachtet: ''vor'' aller Schöpfung - stehen als dessen „Ebenbild“. Die NWÜ stellt ihn auf die Seite der Geschöpfe - als deren „Erstgeborener“ - und erkennt in ihm nur ein einfaches „Bild“ Gottes. Wie wird diese Position in der „Dreieinigkeits“-Schrift erklärt? Dort heißt es: <blockquote>„... die Bibel sagt deutlich, daß Jesus in seinem vormenschlichen Dasein ein von Gott geschaffenes Geistwesen war wie die Engel. Weder die Engel noch Jesus hatten vor ihrer Erschaffung existiert. Jesus war in seinem vormenschlichen Dasein ´der Erstgeborene vor aller Schöpfung` (Kolosser 1:15, ''JB''). Er war ´der Anfang der Schöpfung Gottes (Offenbarung 3:14, ''JB'') ... Ja, Jesus wurde von Gott als der Anfang der unsichtbaren Schöpfungen Gottes erschaffen ... Somit schuf Gott, der Allmächtige, durch seinen Werkmeister oder sozusagen durch seinen ´Juniorpartner` alle anderen Dinge“ (S. 14). </blockquote>Das Wort ''„andere“'', das im letzten Satz angeklungen ist, wurde von den Herausgebern der NWÜ in Kol 1,16 f. vier Mal in den Text eingefügt, obwohl es sich im griechischen Neuen Testament in diesen Versen nicht findet. Damit soll der Gedanke unterstrichen werden, daß Jesus das erste unter vielen „anderen“ ''Geschöpfen'' sei. Wie ich aber schon im Artikel [[Neue-Welt-Übersetzung]] nachgewiesen habe, sind solche Eintragungen in den Text illegitim und beweisen nichts. | ||
In V. 15 nun steht im Griechischen ''protótokos''. ''Protótokos'' bedeutet ''„Erstgeborener“'', aber nicht „Ersterschaffener“. Wäre Jesus ein Geschöpf, dann müßte ''„Ersterschaffener“ (protóktistos)'' dastehen. „Erstgeborener“ aber berührt sich mit der bereits oben dargestellten Bedeutung von ''monogenés'' und bezeichnet den von Ewigkeit her gezeugten Sohn Gottes. | In V. 15 nun steht im Griechischen ''protótokos''. ''Protótokos'' bedeutet ''„Erstgeborener“'', aber nicht „Ersterschaffener“. Wäre Jesus ein Geschöpf, dann müßte ''„Ersterschaffener“ (protóktistos)'' dastehen. „Erstgeborener“ aber berührt sich mit der bereits oben dargestellten Bedeutung von ''monogenés'' und bezeichnet den von Ewigkeit her gezeugten Sohn Gottes. | ||
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=== Hebräer 1 === | === Hebräer 1 === | ||
Das gesamte Kapitel Hebr 1 zeigt den ''völligen Unterschied zwischen Gottes Sohn Jesus Christus und den Engeln'' auf. Die Behauptung der Zeugen Jehovas, der präexistente Christus sei der Erzengel Michael gewesen und nach seiner Auferstehung wieder als Engel erhöht worden, entbehrt allein von daher jeder Grundlage. Ich zitiere stellvertretend für das gesamte Kapitel Hebr 1 die Verse 5-8: <blockquote>„Zu welchem Engel hat Gott jemals gesagt:´Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt`? und wiederum: ´Ich werde sein Vater sein, und er wird mein Sohn sein`? Und wenn er den Erstgeborenen wieder einführt in die Welt, spricht er: ´Und es sollen ihn alle Engel Gottes anbeten ''(proskynesátosan)''.` Von den Engeln spricht er zwar: ´Er macht seine Engel zu Winden und seine Diener zu Feuerflammen`, aber von dem Sohn: ´Gott, dein Thron währt von Ewigkeit zu Ewigkeit, und das Zepter der Gerechtigkeit ist das Zepter deines Reiches.`“ </blockquote>Dem Sohn kommen sämtliche Gottes- und Herrscherprädikate zu, während die Engel lediglich als „dienstbare Geister“ (V. 14) gekennzeichnet werden, die den Sohn anbeten sollen. ''Denn der Sohn allein ist Gott - und kein Engel.'' Engel dürfen auch nicht angebetet werden, denn das wäre eine widergöttliche Handlung. Nur Gott darf ''Anbetung'' empfangen. Dies wird durch ''Offb 22,8 f.'' bestätigt, wo es heißt: | Das gesamte Kapitel Hebr 1 zeigt den ''völligen Unterschied zwischen Gottes Sohn Jesus Christus und den Engeln'' auf. Die Behauptung der Zeugen Jehovas, der präexistente Christus sei der Erzengel Michael gewesen und nach seiner Auferstehung wieder als Engel erhöht worden, entbehrt allein von daher jeder Grundlage. Ich zitiere stellvertretend für das gesamte Kapitel Hebr 1 die Verse 5-8: <blockquote>„Zu welchem Engel hat Gott jemals gesagt:´Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt`? und wiederum: ´Ich werde sein Vater sein, und er wird mein Sohn sein`? Und wenn er den Erstgeborenen wieder einführt in die Welt, spricht er: ´Und es sollen ihn alle Engel Gottes anbeten ''(proskynesátosan)''.` Von den Engeln spricht er zwar: ´Er macht seine Engel zu Winden und seine Diener zu Feuerflammen`, aber von dem Sohn: ´Gott, dein Thron währt von Ewigkeit zu Ewigkeit, und das Zepter der Gerechtigkeit ist das Zepter deines Reiches.`“ </blockquote>Dem Sohn kommen sämtliche Gottes- und Herrscherprädikate zu, während die Engel lediglich als „dienstbare Geister“ (V. 14) gekennzeichnet werden, die den Sohn anbeten sollen. ''Denn der Sohn allein ist Gott - und kein Engel.'' Engel dürfen auch nicht angebetet werden, denn das wäre eine widergöttliche Handlung. Nur Gott darf ''Anbetung'' empfangen. Dies wird durch ''Offb 22,8 f.'' bestätigt, wo es heißt: <blockquote>„Und ich, Johannes, bin es, der dies gehört und gesehen hat. Und als ich`s gehört und gesehen hatte, fiel ich nieder, um anzubeten ''(proskynesai)'' zu den Füßen des Engels, der mir dies gezeigt hatte. Und er sprach zu mir: Tu es nicht! Denn ich bin dein Mitknecht deiner Brüder, der Propheten, und derer, die bewahren die Worte dieses Buches. Bete Gott an ''(to theo proskýneson)''!“ </blockquote>In Offb 22,8 f. und Hebr 1,6 wird beide Male das gleiche griechische Wort ''proskyneo'' („anbeten“, „huldigen“) verwendet. Die Anbetung und Huldigung, welche gemäß Offb 22,8 f. allein an Gott gerichtet werden soll und welche Engel nicht annehmen dürfen, ist die gleiche Anbetung und Huldigung, welche gemäß Hebr 1,6 dem erstgeborenen Sohn durch die Engel dargebracht werden soll. Daß man zu Jesus beten kann und daß er somit Gott ist, wird durch viele weitere Stellen ausdrücklich bestätigt, z.B. Joh 14,13 f.; Apg 7,59 f.; Röm 10,9.13; 1. Kor 1,2 und Kol 3,17 (s.o.). Also ist Jesus Christus ''kein Engel, sondern Gott''. | ||
„Und ich, Johannes, bin es, der dies gehört und gesehen hat. Und als ich`s gehört und gesehen hatte, fiel ich nieder, um anzubeten ''(proskynesai)'' zu den Füßen des Engels, der mir dies gezeigt hatte. Und er sprach zu mir: Tu es nicht! Denn ich bin dein Mitknecht deiner Brüder, der Propheten, und derer, die bewahren die Worte dieses Buches. Bete Gott an ''(to theo proskýneson)''!“ | |||
In Offb 22,8 f. und Hebr 1,6 wird beide Male das gleiche griechische Wort ''proskyneo'' („anbeten“, „huldigen“) verwendet. Die Anbetung und Huldigung, welche gemäß Offb 22,8 f. allein an Gott gerichtet werden soll und welche Engel nicht annehmen dürfen, ist die gleiche Anbetung und Huldigung, welche gemäß Hebr 1,6 dem erstgeborenen Sohn durch die Engel dargebracht werden soll. Daß man zu Jesus beten kann und daß er somit Gott ist, wird durch viele weitere Stellen ausdrücklich bestätigt, z.B. Joh 14,13 f.; Apg 7,59 f.; Röm 10,9.13; 1. Kor 1,2 und Kol 3,17 (s.o.). Also ist Jesus Christus ''kein Engel, sondern Gott''. | |||
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