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Die Pfingstbewegung entstand 1906 in den USA. Von der Charismatischen Bewegung geht man seit dem Beginn der 60<sup>er</sup> Jahre des 20. Jahrhunderts ebenfalls in den USA aus. Trotz ihres Wachstums ist die Pfingstbewegung wegen extremer Randerscheinungen, aber auch wegen grundlegender theologischer Aussagen unter biblisch orientierten Christen umstritten. Dies geht soweit, dass die Ansicht existiert, dass in der Pfingstbewegung okkulte Kräfte mitwirken (Okkultismus). Sogenannte Manifestationen oder scheinbare Wunder könnten nicht auf der Wirkung des Heiligen Geistes, sondern auf dämonischen Mächten beruhen ([[Dämonen]]). | Die Pfingstbewegung entstand 1906 in den USA. Von der Charismatischen Bewegung geht man seit dem Beginn der 60<sup>er</sup> Jahre des 20. Jahrhunderts ebenfalls in den USA aus. Trotz ihres Wachstums ist die Pfingstbewegung wegen extremer Randerscheinungen, aber auch wegen grundlegender theologischer Aussagen unter biblisch orientierten Christen umstritten. Dies geht soweit, dass die Ansicht existiert, dass in der Pfingstbewegung okkulte Kräfte mitwirken (Okkultismus). Sogenannte Manifestationen oder scheinbare Wunder könnten nicht auf der Wirkung des Heiligen Geistes, sondern auf dämonischen Mächten beruhen ([[Dämonen]]). | ||
1906 kam es in einer von Schwarzen besuchten Baptistengemeinde in Los Angeles zu einer Art Erweckung, bei der [[Zungenreden]] und ekstatische Begleiterscheinungen auftraten. Im bunten amerikanischen Kirchenwesen fand sie bald Anklang. Sie verbreitete sich über die ganze Welt. Allerdings führte ihr Auftreten häufig zu Spaltungen und Auseinandersetzungen. | 1906 kam es in einer von Schwarzen besuchten Baptistengemeinde in Los Angeles zu einer Art Erweckung, bei der [[Zungenreden]] und ekstatische Begleiterscheinungen auftraten. Im bunten amerikanischen Kirchenwesen fand sie bald Anklang. Sie verbreitete sich über die ganze Welt. Allerdings führte ihr Auftreten häufig zu Spaltungen und Auseinandersetzungen.<blockquote>Inspiriert von erwecklichen und fundamentalistischen Bewegungen wurde die Pfingstbewegung in Topeka, Kansas, von Charles F. Parham, einem methodistischen Prediger, gegründet. Das bedeutendste Ereignis in der frühen Geschichte der Pfingstbewegung war die Erweckung in der Azusa Street in Los Angeles 1906-09. Dieses Ereignis war geprägt von großer emotionaler Erregung, relativ kurzer Harmonie zwischen den Rassen und einer Besessenheit von Zungenrede und Heilung. Ausgelöst wurde sie durch die Predigten von William J. Seymour, einem schwarzen Prediger, der die Lehren von Patham übernommen hatte. Die Glossolalie wurde zu einem zentralen Thema, das als Kriterium für die Taufe galt. Sie wurde in den Assemblies of God organisiert, die viele Missionen gründeten.<ref>https://www.conservapedia.com/Charismatic_movement</ref></blockquote>Nach Deutschland kam die Pfingstbewegung über Norwegen und drang vorwiegend in die Gemeinschaftsbewegung ein. Gerade in der Gemeinschaftsbewegung war sie aber von Anfang an äußerst umstritten. Standen Pietisten wie Pastor Jonathan Paul oder Predi-ger Edel voll hinter der neuen Bewegung, so wurde sie von Evan-gelisten wie Elias Schrenk und Johannes Seitz strikt als nicht von Gott abgelehnt. In der am 15.9.1909 verfaßten "Berliner Erklärung" wird festgestellt, daß sich in dieser Bewegung Einflüsse von "unten" manifestieren. Erscheinungen in der Pfingstbewegung erinnerten an spiritistische Gruppen und die schwärmerischen Irvingianer ([[Katholisch-Apostolische Kirche|Katholisch-apostolische Kirche]]). Gleichzeitig erkannte man aber auch Heiligungsleben und geistliche Frucht bei den Pfingstlern an. Dieser Einschätzung schlossen sich besonders deutsche Pietisten bis heute an. Mit Sicherheit gibt es in Pfingstgemeinden echtes Glaubensleben. Gottes Wort wird verkündigt und Menschen finden zu Jesus. Auf der anderen Seite beobachten wir extreme schwärmerische Anwandlungen. Dabei ist zu beobachten, daß Pfingstgruppen älterer Prägung, wie Gemeinden, die zum Mülheimer Verband gehören, nüchterner sind, als viele neuere Pfingstgemeinden. Standen die Deutsche [[Evangelische Allianz]] und der Gnadauer Verband bis in die 80<sup>er</sup> Jahre des 20. Jahrhunderts voll hinter der Berliner Erklärung, so weicht die Ablehnungsfront in Deutschland langsam auf. | ||
Nach Deutschland kam die Pfingstbewegung über Norwegen und drang vorwiegend in die Gemeinschaftsbewegung ein. Gerade in der Gemeinschaftsbewegung war sie aber von Anfang an äußerst umstritten. Standen Pietisten wie Pastor Jonathan Paul oder Predi-ger Edel voll hinter der neuen Bewegung, so wurde sie von Evan-gelisten wie Elias Schrenk und Johannes Seitz strikt als nicht von Gott abgelehnt. In der am 15.9.1909 verfaßten "Berliner Erklärung" wird festgestellt, daß sich in dieser Bewegung Einflüsse von "unten" manifestieren. Erscheinungen in der Pfingstbewegung erinnerten an spiritistische Gruppen und die schwärmerischen Irvingianer ([[Katholisch-Apostolische Kirche|Katholisch-apostolische Kirche]]). Gleichzeitig erkannte man aber auch Heiligungsleben und geistliche Frucht bei den Pfingstlern an. Dieser Einschätzung schlossen sich besonders deutsche Pietisten bis heute an. Mit Sicherheit gibt es in Pfingstgemeinden echtes Glaubensleben. Gottes Wort wird verkündigt und Menschen finden zu Jesus. Auf der anderen Seite beobachten wir extreme schwärmerische Anwandlungen. Dabei ist zu beobachten, daß Pfingstgruppen älterer Prägung, wie Gemeinden, die zum Mülheimer Verband gehören, nüchterner sind, als viele neuere Pfingstgemeinden. Standen die Deutsche [[Evangelische Allianz]] und der Gnadauer Verband bis in die 80<sup>er</sup> Jahre des 20. Jahrhunderts voll hinter der Berliner Erklärung, so weicht die Ablehnungsfront in Deutschland langsam auf. | |||
Um 1960 drangen pfingstlerische Gedanken in verschiedene amerikanische Kirchen ein. Es entstand die Charismatische Bewegung. Hier ist u.a. der lutherische Pfarrer Larry Christenson ein Pionier charismatisch-pfingstlerischer Gedanken in der Lutherischen Kirche. 1967 erfaßte die Charismatische Bewegung erstmalig katholische Kreise in den USA. Im Gegensatz zur Pfingstbewegung versucht die Charismatische Bewegung, keine neuen Kirchen zu gründen, sondern vorhandene Kirchen mit ihren Gedanken zu durchdringen. 1967 tauchte sie erstmals durch Pfarrer Arnold Bitt-linger in Deutschland auf. | Um 1960 drangen pfingstlerische Gedanken in verschiedene amerikanische Kirchen ein. Es entstand die Charismatische Bewegung. Hier ist u.a. der lutherische Pfarrer Larry Christenson ein Pionier charismatisch-pfingstlerischer Gedanken in der Lutherischen Kirche. 1967 erfaßte die Charismatische Bewegung erstmalig katholische Kreise in den USA. Im Gegensatz zur Pfingstbewegung versucht die Charismatische Bewegung, keine neuen Kirchen zu gründen, sondern vorhandene Kirchen mit ihren Gedanken zu durchdringen. 1967 tauchte sie erstmals durch Pfarrer Arnold Bitt-linger in Deutschland auf. | ||