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Bibelkritik: Unterschied zwischen den Versionen

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Bibelkritik ist die Kritik der Bibel mit Methoden der aufgeklärten Vernunft, beruhend auf methodischem Atheismus.
Bibelkritik ist die Kritik der Bibel mit Methoden der aufgeklärten Vernunft, beruhend auf methodischem [[Atheismus]].


Die Bibelkritik glaubt an einen anderen Jesus als diejenigen, die Gottes Wort Glauben schenken. Jesus ist nach Gottes Wort Gottes Sohn. Für die Bibelkritik ist Gottes Sohn nur ein leerer Name. Jesus ist nach Gottes Wort geboren von der Jungfrau Maria. Für die Bibelkritik ist das nur eine Legende. Jesus ist nach Gottes Wort derjenige, der Wunder getan hat. Für die Bibelkritik hat Jesus vielleicht ein paar psychosomatische Heilungen vollbracht, aber keinen Toten auferweckt und keine Kranken geheilt. Jesus hat nach Gottes Wort all das gesagt, was wir in den Evangelien finden. Für die Bibelkritik hat er davon höchstens 15% gesprochen. Jesus ist nach Gottes Wort für uns ans Kreuz gegangen. Er hat für unsere Sünden da gehangen, und das ist die einzige Grundlage, auf der Gott uns gnädig sein kann, auf der er uns unsere Sünden vergeben kann. Aber für die Bibelkritik ist der Tod Jesu nur das Scheitern eines Sozialreformers. Nach Gottes Wort ist unser Herr Jesus auferstanden, und wäre Jesus nicht auferstanden, dann würden auch wir nicht auferstehen, dann gäbe es keine Erlösung, dann gäbe es kein ewiges Leben. In der Bibelkritik ist Jesus auferstanden in das "Wort des Kerygma" hinein, das heisst, solange sich noch jemand findet, der "Jesus predigt", ist er lebendig. Nicht anders als Plato, wenn seine Bücher noch gelesen werden. Für diejenigen, die an Gottes Wort glauben, ist Jesus aufgefahren gen Himmel, er sitzt zur Rechten Gottes des Vaters, von dannen er wiederkommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. Für die Bibelkritik gibt es keine leibliche Himmelfahrt und Wiederkunft Jesu Christi.
Die Bibelkritik glaubt an einen anderen Jesus als diejenigen, die Gottes Wort Glauben schenken. Jesus ist nach Gottes Wort Gottes Sohn. Für die Bibelkritik ist Gottes Sohn nur ein leerer Name. Jesus ist nach Gottes Wort geboren von der Jungfrau Maria. Für die Bibelkritik ist das nur eine Legende. Jesus ist nach Gottes Wort derjenige, der Wunder getan hat. Für die Bibelkritik hat Jesus vielleicht ein paar psychosomatische Heilungen vollbracht, aber keinen Toten auferweckt und keine Kranken geheilt. Jesus hat nach Gottes Wort all das gesagt, was wir in den Evangelien finden. Für die Bibelkritik hat er davon höchstens 15% gesprochen. Jesus ist nach Gottes Wort für uns ans Kreuz gegangen. Er hat für unsere Sünden da gehangen, und das ist die einzige Grundlage, auf der Gott uns gnädig sein kann, auf der er uns unsere Sünden vergeben kann. Aber für die Bibelkritik ist der Tod Jesu nur das Scheitern eines Sozialreformers. Nach Gottes Wort ist unser Herr Jesus auferstanden, und wäre Jesus nicht auferstanden, dann würden auch wir nicht auferstehen, dann gäbe es keine Erlösung, dann gäbe es kein ewiges Leben. In der Bibelkritik ist Jesus auferstanden in das "Wort des Kerygma" hinein, das heisst, solange sich noch jemand findet, der "Jesus predigt", ist er lebendig. Nicht anders als Plato, wenn seine Bücher noch gelesen werden. Für diejenigen, die an Gottes Wort glauben, ist Jesus aufgefahren gen Himmel, er sitzt zur Rechten Gottes des Vaters, von dannen er wiederkommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. Für die Bibelkritik gibt es keine leibliche Himmelfahrt und Wiederkunft Jesu Christi.


== Wie entstand die Bibelkritik? ==
== Wie entstand die Bibelkritik? ==
Die Bibelkritik wurde durch die Philosophie der Aufklärung etabliert. Eines ihrer Instrumente war die Definition. Angefangen mit Francis Bacon (1561-1626) wurde mit diesem Mittel willkürlich festgelegt, dass Gottes Wort - die Quelle der Wahrheit - außerhalb der Wahrheit stand und keinen Raum im Bereich des Denkens finden sollte. René Descartes (1596-1650) erhob den Zweifel zum Erkenntnisprinzip. Die historisch-kritische Theologie hat dies übernommen und zur Grundlage der Bibelauslegung im Alten wie im Neuen Testament gemacht. Wenn man heutzutage meint, man müsse "alles hinterfragen", dann hat man sich das Prinzip des Zweifels von Descartes zu eigen gemacht. Die Wunder-Kritik wurde begonnen von Thomas Hobbes (1588-1679) und David Hume (1711-1776), fortgesetzt von Baruch de Spinoza (1632-1677) und Kant. Es war Spinoza, der als erster die Behauptung aufstellte, die fünf Bücher Mose könnten nicht von Mose geschrieben sein, womit er Raum schaffte, um die Frage nach ihrem Ursprung neu zu beantworten. Spinoza behauptete gleichfalls, dass in den Büchern der Propheten in jedem Kapitel nur einige Verse auf diese zurückgehen, was noch heutzutage an den theologischen Fakultäten in ähnlicher Weise gelehrt wird. Auch der Anfang der Kritik an den Evangelien geht auf Spinoza zurück. An der Tatsache, dass wir nicht ein Evangelium haben, sondern vier, könne man klar erkennen, dass die Evangelien nicht inspiriert seien, behauptete er. Spinoza begriff nicht, dass es Gottes Prinzip ist, dass "auf zweier oder dreier Zeugen Mund" die Wahrheit beruht (5. Mose 19,15; Mt. 18,16).
Die Bibelkritik wurde durch die Philosophie der [[Aufklärung]] etabliert. Eines ihrer Instrumente war die Definition. Angefangen mit Francis Bacon (1561-1626) wurde mit diesem Mittel willkürlich festgelegt, dass Gottes Wort - die Quelle der Wahrheit - außerhalb der Wahrheit stand und keinen Raum im Bereich des Denkens finden sollte. René Descartes (1596-1650) erhob den Zweifel zum Erkenntnisprinzip. Die historisch-kritische Theologie hat dies übernommen und zur Grundlage der Bibelauslegung im Alten wie im Neuen Testament gemacht. Wenn man heutzutage meint, man müsse "alles hinterfragen", dann hat man sich das Prinzip des Zweifels von Descartes zu eigen gemacht. Die Wunder-Kritik wurde begonnen von Thomas Hobbes (1588-1679) und David Hume (1711-1776), fortgesetzt von Baruch de Spinoza (1632-1677) und Kant. Es war Spinoza, der als erster die Behauptung aufstellte, die fünf Bücher Mose könnten nicht von Mose geschrieben sein, womit er Raum schaffte, um die Frage nach ihrem Ursprung neu zu beantworten. Spinoza behauptete gleichfalls, dass in den Büchern der Propheten in jedem Kapitel nur einige Verse auf diese zurückgehen, was noch heutzutage an den theologischen Fakultäten in ähnlicher Weise gelehrt wird. Auch der Anfang der Kritik an den Evangelien geht auf Spinoza zurück. An der Tatsache, dass wir nicht ein Evangelium haben, sondern vier, könne man klar erkennen, dass die Evangelien nicht inspiriert seien, behauptete er. Spinoza begriff nicht, dass es Gottes Prinzip ist, dass "auf zweier oder dreier Zeugen Mund" die Wahrheit beruht (5. Mose 19,15; Mt. 18,16).


Immanuel >Kant (1724-1804) stellte dann grundsätzlich die Möglichkeit einer Erkennbarkeit Gottes in Frage. In der Absicht, >Empirismus und Rationalismus zu vereinigen - die beiden philosophischen Ansätze, die in der Aufklärungsphilosophie abwechselnd die Vorherrschaft hatten - schweißte er sie zu einem System zusammen, das zu einem Käfig für das menschliche Denken wurde. Das Ergebnis von Kants Lehre ist in Goethes Faust auf den kürzesten Begriff gebracht:
Immanuel >Kant (1724-1804) stellte dann grundsätzlich die Möglichkeit einer Erkennbarkeit Gottes in Frage. In der Absicht, >Empirismus und [[Rationalismus]] zu vereinigen - die beiden philosophischen Ansätze, die in der Aufklärungsphilosophie abwechselnd die Vorherrschaft hatten - schweißte er sie zu einem System zusammen, das zu einem Käfig für das menschliche Denken wurde. Das Ergebnis von Kants Lehre ist in Goethes Faust auf den kürzesten Begriff gebracht:


"Zum Jenseits ist der Ausblick uns verrammelt; ein Tor, wer dorthin seine Augen blinzelnd richtet."
"Zum Jenseits ist der Ausblick uns verrammelt; ein Tor, wer dorthin seine Augen blinzelnd richtet."


Seitdem heisst es, man könne über Gott nicht direkt reden. Mein Lehrer Rudolf Bultmann sagte uns in einer Vorlesung, wir müssten doch respektieren, dass wir nach Kant leben, weshalb es uns nicht mehr erlaubt sei zu denken, wie es vor Kant noch möglich gewesen sei. Wer ist denn Kant? Er ist doch nur ein Mensch! Wir sind nicht gezwungen, seine Gedanken mehr zu respektieren als Gottes Offenbarung.
Seitdem heisst es, man könne über Gott nicht direkt reden. Mein Lehrer [[Bultmann, Rudolf|Rudolf Bultmann]] sagte uns in einer Vorlesung, wir müssten doch respektieren, dass wir nach Kant leben, weshalb es uns nicht mehr erlaubt sei zu denken, wie es vor Kant noch möglich gewesen sei. Wer ist denn Kant? Er ist doch nur ein Mensch! Wir sind nicht gezwungen, seine Gedanken mehr zu respektieren als Gottes Offenbarung.


Die wichtigsten Ergebnisse dieser Übernahmen aus der Philosophie durch die Theologie waren:
Die wichtigsten Ergebnisse dieser Übernahmen aus der Philosophie durch die Theologie waren:
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1. die Trennung von Glauben und Denken,
1. die Trennung von Glauben und Denken,


2. die Übernahme des Weltbildes der Aufklärungsphilosophie, des später so genannten "monistischen Weltbildes". Anstatt am Weltbild der Bibel festzuhalten, das zwischen der sichtbaren und der unsichtbaren Welt unterscheidet (vgl. Kol. 1,16), entschied sich die historisch-kritische Theologie für das Weltbild des >Monismus, das nur die eine, sichtbare Welt kennt und in dem Gott als handelndes und redendes Subjekt keinen Raum hat. Folglich bekam sie Schwierigkeiten mit der Bibel, in der Gott ständig als handelndes und redendes Subjekt zu Worte kommt. Deshalb münzte sie Gottes Selbstoffenbarung um zu menschlichen Aussagen über Gott und behalf sich, indem sie wesentliche Aussagen der Bibel als "mythologisch" deklarierte. Die Übernahme des Weltbildes der >Philosophie führte folgerichtig zu Bultmanns Entmythologisierung und zur Verleugnung der Gottessohnschaft Jesu. Auf die Frage: Wer ist Gott? vermag eine derartige Theologie keine Antwort mehr zu geben. Aber niemand hat die Theologie gezwungen, das monistische Weltbild zu übernehmen.
2. die Übernahme des Weltbildes der Aufklärungsphilosophie, des später so genannten "monistischen Weltbildes". Anstatt am Weltbild der Bibel festzuhalten, das zwischen der sichtbaren und der unsichtbaren Welt unterscheidet (vgl. Kol. 1,16), entschied sich die historisch-kritische Theologie für das Weltbild des >Monismus, das nur die eine, sichtbare Welt kennt und in dem Gott als handelndes und redendes Subjekt keinen Raum hat. Folglich bekam sie Schwierigkeiten mit der Bibel, in der Gott ständig als handelndes und redendes Subjekt zu Worte kommt. Deshalb münzte sie Gottes Selbstoffenbarung um zu menschlichen Aussagen über Gott und behalf sich, indem sie wesentliche Aussagen der Bibel als "mythologisch" deklarierte. Die Übernahme des Weltbildes der >Philosophie führte folgerichtig zu [[Bultmann, Rudolf|Bultmanns]] Entmythologisierung und zur Verleugnung der Gottessohnschaft Jesu. Auf die Frage: Wer ist Gott? vermag eine derartige Theologie keine Antwort mehr zu geben. Aber niemand hat die Theologie gezwungen, das monistische Weltbild zu übernehmen.


== Wie arbeitet die Bibelkritik? ==
== Wie arbeitet die Bibelkritik? ==
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