Steiner-Kult

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Die "menschlich-allzumenschlichen" Seiten in der >Anthroposophischen Gesellschaft (s. dort) können den Kult nicht verhindern, der von vielen seiner Anhänger um Rudolf >Steiner getrieben wird. Er selber soll immer wieder gesagt haben: "Ich will nicht verehrt, ich will verstanden werden." Bald nach seinem Tod aber verfaßte seine Witwe Marie Steiner ein Nachwort zum unvollendet gebliebenen "Lebensgang", in dem es u.a. heißt:

"Er starb, - ein Dulder, Lenker, ein Vollbringer,/ in einer Welt, die ihn mit Füßen trat/ und die emporzutragen er die Kraft besaß./ Er hob sie hoch, sie warfen sich dazwischen,/ sie spieen Haß, verrammten ihm die Wege,/ verschütteten was im Entstehen war ...

Er tat was schon Prometheus büßte,/ was Sokrates der Schierlingsbecher lohnte,/ was schlimmer war, als Barabbas` Vergehen,/ was nur am Kreuze seine Sühne findet:/ Er lebte euch die Zukunft dar ...

Er wagte es - und trug sein Los./ In Liebe, Langmut, im Ertragen/ der Unzulänglichkeit, der Menschenschwächen,/ die stets sein Werk gefährdeten ...

Jetzt ist er frei. Ein Helfer denen droben,/ die Erderrungenes entgegennehmen/ zur Wahrung ihrer Ziele. Sie begrüßen/ den Menschensohn, der seine Schöpferkräfte/ entfaltete im Dienst des Götterwillens,/ der dem verhärtetsten Verstandesalter,/ der trockensten Maschinenzeit/ den Geist einprägte und entlockte.

Sie wehrten`s ihm./ Die Erde webt im Schatten,/ im Weltenraum erbilden sich Gestalten,/ der Führer harrt, der Himmel ist geöffnet,/ in Ehrfurcht und in Freude stehn die Scharen./ Doch graue Nacht umfängt den Erdball" (636, 350ff.).

Hier bekommt Steiner geradezu messianische Züge, die er – wenn man sein Leben und Lehren betrachtet - sicherlich nicht besessen hat. Er mag zwar ein außergewöhnlicher Mensch gewesen sein, aber ihn durch Titulierungen wie "Menschensohn" und "Helfer denen droben" mit Jesus Christus, dem "Menschensohn", zu vergleichen, grenzt an Gotteslästerung! Gilt denn für Steiner nicht, was Gottes Wort sagt:

"Da ist keiner, der gerecht ist, auch nicht einer. Es ist hier kein Unterschied: sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist" (Röm 3,12.23f.).

Auch bei anderen Autoren gewinnt man den Eindruck, als sei Steiner ein geradezu sündloser „Übermensch“ gewesen. Aus der Fülle schwärmerischer Steiner-Apotheosen bei seinen Anhängern greife ich nur zwei heraus. Sein Biograph Guenther Wachsmuth schreibt über Steiners Lebenswerk:

"Im Jahr 1924 sehen wir Rudolf Steiner auf der Höhe des Berges, den er in dreimal drei Lebensjahrsiebten erstieg, von dem aus er Überschau hielt, einen Markstein setzte für die Menschengenerationen, die auf diesem Weg nachfolgen werden, hinwies auf die Wegstrecke, die von dort in die Zukunft führt, ein Höhepunkt, nach dessen Erreichung er vom Schicksal dem irdischen Blick der Menschen entzogen wurde und durch Leiden, Opfer und den Tod, der Auferstehung zum Wirken aus den Bereichen des Geistes entgegenschritt. Darum liegt über diesem letzten Jahr seines Wirkens ein Zug der Verklärung ... " (Wachsmuth 1951, 571).

Friedrich >Rittelmeyer beschreibt den Tod Steiners und die sich daran anschließenden Ereignisse wie folgt:

"In unendlicher Feierlichkeit ist Rudolf Steiner gestorben. Er lag auf seinem Lager mit gefalteten Händen. Lang und aufmerksam blickte er nach oben, als ob er ein ganz heiliges Gespräch mit Engeln habe. Sein Atem wurde leiser und schwerer und schließlich wie Gebet. Dann eine leise, zarte, letzte Bewegung: er schloß selbst die Augen zu und ging in die höhere Welt hinüber. Als dreieinhalb Tage nach seinem Sterben die Aussegnung gehalten wurde, konnte es geschehen bei offenem Sarg. Kein Verwesungsgeruch wollte von dem verlassenen Leib ausgehen. Ich stand unmittelbar am Kopfende des Sarges, keine Menschenlänge von ihm entfernt. Die ganze Feier hindurch war für uns drei, die wir dort standen, kein Hauch von Verwesung zu spüren. Es sei hier bezeugt, gleich nach dem Geschehen, damit man nicht später Legendenbildung behaupte. Erst allmählich tauchte uns die Erinnerung auf: Das wird ja von den großen Heiligen erzählt, von Suso, von Franziskus. 'Wie heilig war das Sterben unsres Meisters!`, sagte der Dichter Albert Steffen" (Rittelmeyer 1983, 242f.).

Durch solche Charakterisierungen gewinnt Steiner den Nimbus eines Ersatzerlösers, eines neuen "Christus" als Führer zum "Ich", auf griechisch: eines Anti-Christus. Und ich denke, daß er sich, wenn man seine Lehre betrachtet, in der antichristlichen Bahn gemäß 1. Joh 2,18 bewegt: "Kinder, es ist die letzte Stunde! Und wie ihr gehört habt, daß der Antichrist kommt, so sind nun schon viele Antichristen gekommen; daran erkennen wir, daß es die letzte Stunde ist.". Steiners Weg war kein Weg zu "Erkenntnissen höherer Welten", sondern ein Erkenntnisweg in den Abgrund.

"Denn er selbst, der Satan, verstellt sich als Engel des Lichts. Darum ist es nichts Großes, wenn sich auch seine Diener verstellen als Diener der Gerechtigkeit; deren Ende wird sein nach ihren Werken" (2. Kor 11,14f.).

Literaturhinweise

L. Gassmann; Anthroposophie-Lexikon; Folgen Verlag; (Mai 20171)

Einzelhinweise und Quellen

Anmerkungen


Quellenangaben



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