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(Die Seite wurde neu angelegt: „__TOC__ Steiners Weg in den Abgrund (Theosophie) setzt sich weiter fort in Gestalt eines Ereignisses, das von anthroposophischen Kreisen gerne heruntergespielt wird, aber unleugbar bezeugt ist: der Aufnahme Rudolf Steiners in einen ''Freimaurer-Orden''. Ein indirektes Indiz stellen verschiedene Vorträge Steiners aus den Jahren 1904-06 dar, in denen er Traditionen der Hochgradfreimaurerei behandelt. So spricht er z.B. am 24.1.1906 in Weimar vor Freim…“) |
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Versucht man, die dunklen und verworrenen Informationen über Steiners Verhältnis zur Freimaurerei zu sortieren, dann ergibt sich folgendes Bild: Nach der Jahrhundertwende sucht Rudolf Steiner zu freimaurerischen Gruppen Kontakt. Diese Tatsache wird auch von ihm selber nicht bestritten. Er gerät offensichtlich an Theodor Reuß als deutschen Vertreter des englischen Hochgradfreimaurers und Ehrenmitglieds der Theosophischen Gesellschaft John Yarker (vgl. Miers 1986, 438f.). Den Namen Yarker erwähnt er im "Lebensgang", den Namen Reuß verschweigt er - vermutlich wegen dessen schlechtem Ruf und - falls die entsprechende Angabe stimmt - weil ihm dieser ein ungültiges Patent verkauft hat. Aber trotz solcher Abgrenzungen knüpft Steiner an freimaurerische Strukturen an und führt, wie Wehr erwähnt, mindestens bis 1914 zusammen mit Marie von Sivers "kultische Arbeit ... am Altar der Loge" (wohl "Mystica Aeterna") aus (Miers 1993, 206). | Versucht man, die dunklen und verworrenen Informationen über Steiners Verhältnis zur Freimaurerei zu sortieren, dann ergibt sich folgendes Bild: Nach der Jahrhundertwende sucht Rudolf Steiner zu freimaurerischen Gruppen Kontakt. Diese Tatsache wird auch von ihm selber nicht bestritten. Er gerät offensichtlich an Theodor Reuß als deutschen Vertreter des englischen Hochgradfreimaurers und Ehrenmitglieds der Theosophischen Gesellschaft John Yarker (vgl. Miers 1986, 438f.). Den Namen Yarker erwähnt er im "Lebensgang", den Namen Reuß verschweigt er - vermutlich wegen dessen schlechtem Ruf und - falls die entsprechende Angabe stimmt - weil ihm dieser ein ungültiges Patent verkauft hat. Aber trotz solcher Abgrenzungen knüpft Steiner an freimaurerische Strukturen an und führt, wie Wehr erwähnt, mindestens bis 1914 zusammen mit Marie von Sivers "kultische Arbeit ... am Altar der Loge" (wohl "Mystica Aeterna") aus (Miers 1993, 206). | ||
Auch wenn es somit schwierig ist, Steiner einfach als "Freimaurer" zu bezeichnen und ihn einer bestimmten freimaurerischen Richtung zuzuordnen, so ist seine ''Nähe'' zu freimaurerischem Denken zweifellos gegeben. Er will an gewisse ''Ideale und Rituale'' dieser Richtung anknüpfen, wird dabei von Vertretern wie Theodor Reuß jedoch enttäuscht. So führt er - zumindest eine Zeitlang - seinen eigenen freimaurerisch inspirierten Kultus durch. Das Ideal des ''Tempelbaus der Menschheitsbruderschaft'', das sowohl in der Freimaurerei als auch in der Zielsetzung der von den Freimaurern (!) Olcott und Blavatsky initiierten "Theosophischen Gesellschaft" begegnet, dürfte übrigens für das spätere ''"Goetheanum"'' Pate gestanden haben. So erwähnt Wehr zu Recht: | Auch wenn es somit schwierig ist, Steiner einfach als "Freimaurer" zu bezeichnen und ihn einer bestimmten freimaurerischen Richtung zuzuordnen, so ist seine ''Nähe'' zu freimaurerischem Denken zweifellos gegeben. Er will an gewisse ''Ideale und Rituale'' dieser Richtung anknüpfen, wird dabei von Vertretern wie Theodor Reuß jedoch enttäuscht. So führt er - zumindest eine Zeitlang - seinen eigenen freimaurerisch inspirierten Kultus durch. Das Ideal des ''Tempelbaus der Menschheitsbruderschaft'', das sowohl in der Freimaurerei als auch in der Zielsetzung der von den Freimaurern (!) Olcott und Blavatsky initiierten "Theosophischen Gesellschaft" begegnet, dürfte übrigens für das spätere ''"Goetheanum"'' Pate gestanden haben. So erwähnt Wehr zu Recht:<blockquote>"Der Goetheanum-Bau, zunächst durchaus als Tempelbau aufgefaßt, kann als Manifestation dieser frühen (sc. freimaurerischen) Intentionen verstanden werden" (Wehr 1993, 207).</blockquote>Die Freimaurerei ist eine [[Synkretismus|synkretistische]], [[Deistismus|deistische]], [[Evolutionismus|evolutionistische]], [[Gnostizismus|gnostische]], [[Antitrinitanismus|antitrinitarische]], autonom-[[Humanismus|humanistische]] und [[Okkultismus|okkulte]] Religion, die in Widerspruch zum christlichen Glauben tritt. Zur Beurteilung s. ausführlich: [[Freimaurerei]]. | ||
"Der Goetheanum-Bau, zunächst durchaus als Tempelbau aufgefaßt, kann als Manifestation dieser frühen (sc. freimaurerischen) Intentionen verstanden werden" (Wehr 1993, 207). | |||
Die Freimaurerei ist eine synkretistische, deistische, evolutionistische, gnostische, antitrinitarische, autonom-humanistische und okkulte Religion, die in Widerspruch zum christlichen Glauben tritt. Zur Beurteilung s. ausführlich: [[Freimaurerei]]. | |||
{{Footer-Neu|LITERATURE=L. Gassmann; Anthroposophie-Lexikon; Folgen Verlag; (Mai 2017<sup>1</sup>)}} | {{Footer-Neu|LITERATURE=L. Gassmann; Anthroposophie-Lexikon; Folgen Verlag; (Mai 2017<sup>1</sup>)}} | ||
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