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Bibelverständnis (anthroposophisches): Unterschied zwischen den Versionen

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Ein ähnliches Schema führt Bock zur Erklärung der Unterschiede zwischen "historischen", "poetischen" und "prophetischen" Büchern im Alten Testament ein:<blockquote>"In der ersten Gruppe [sc. ''historische'' Schriften] herrscht das ''imaginative'' Wahrnehmen vor, in der zweiten [sc. ''poetische'' Schriften] das Wort, das sie als ''inspirative'' Schriften erkennen läßt; die prophetischen Schriften schließlich sind aus dem ''intuitiven'' Element hervorgeflossen“ (ebd., 55).</blockquote>Auch für das Neue Testament in seiner Gesamtheit will Bock diese verschiedenen Erkenntnisstufen auf die einzelnen Schriften verteilt wissen:<blockquote>"Da stehen am Anfang herrliche göttliche ''Bilderbücher [sc.'' die ''Evangelien],'' weil sie aus der Bilderschau der ''Imagination'' stammen. Dazu kommen in der Mitte die ''Briefe'' des Paulus und der anderen Apostel: das ''Wort'' herrscht vor, ''Inspiration'' fließt herein ... In der Offenbarung des Johannes ... webt und wogt der Atem und Pulsschlag der ''Intuition“'' (ebd.; vgl. Ev,73).</blockquote>Hier finden wir bei Bock allerdings einen inneren Widerspruch: Er ordnet nun die Evangelien als "Bilderbücher" allesamt der Sphäre der Imagination zu, während er vorher innerhalb der Evangelien unterschieden und bereits für Lk und Joh "höhere Stufen" postuliert hatte (nicht erst für die Briefe!). Wir werden auf diesen Widerspruch zurückkommen, wenn wir die Schematisierung bei Bock hinterfragen (s.u.).  
Ein ähnliches Schema führt Bock zur Erklärung der Unterschiede zwischen "historischen", "poetischen" und "prophetischen" Büchern im Alten Testament ein:<blockquote>"In der ersten Gruppe [sc. ''historische'' Schriften] herrscht das ''imaginative'' Wahrnehmen vor, in der zweiten [sc. ''poetische'' Schriften] das Wort, das sie als ''inspirative'' Schriften erkennen läßt; die prophetischen Schriften schließlich sind aus dem ''intuitiven'' Element hervorgeflossen“ (ebd., 55).</blockquote>Auch für das Neue Testament in seiner Gesamtheit will Bock diese verschiedenen Erkenntnisstufen auf die einzelnen Schriften verteilt wissen:<blockquote>"Da stehen am Anfang herrliche göttliche ''Bilderbücher [sc.'' die ''Evangelien],'' weil sie aus der Bilderschau der ''Imagination'' stammen. Dazu kommen in der Mitte die ''Briefe'' des Paulus und der anderen Apostel: das ''Wort'' herrscht vor, ''Inspiration'' fließt herein ... In der Offenbarung des Johannes ... webt und wogt der Atem und Pulsschlag der ''Intuition“'' (ebd.; vgl. Ev,73).</blockquote>Hier finden wir bei Bock allerdings einen inneren Widerspruch: Er ordnet nun die Evangelien als "Bilderbücher" allesamt der Sphäre der Imagination zu, während er vorher innerhalb der Evangelien unterschieden und bereits für Lk und Joh "höhere Stufen" postuliert hatte (nicht erst für die Briefe!). Wir werden auf diesen Widerspruch zurückkommen, wenn wir die Schematisierung bei Bock hinterfragen (s.u.).  


==== ''1.5. Die "geistige" Harmonisierung von Widersprüchen'' ====
==== ''Die "geistige" Harmonisierung von Widersprüchen'' ====
Die "geisteswissenschaftliche" Erklärung für die ''Unterschiede'' zwischen den biblischen Büchern haben wir kennengelernt. Wie aber hält die Anthroposophie ihre Lehre von der Einheit und Ganzheit der Schrift gegenüber der Behauptung aufrecht, daß es ''Widersprüche'' in den biblischen Büchern gebe? Indem sie - wie Bock in Anlehnung an Origenes ausführt - weder über sie hinwegliest noch einer "Evangelienkritik" verfällt, sondern sie auf einer anderen, "geistigen" Ebene vereinigt:<blockquote>"Ihm [Origenes] sind die `Widersprüche', die ja lediglich in der Unvereinbarkeit ''äußerer'' Vorgänge und Tatsachen beruhen, Aufforderungen, den tieferen Sinn zu suchen. Widersprechen sich die äußeren Tatsachen, so handelt es sich entweder um zwei verschiedene äußere Begebenheiten, oder aber es handelt sich ganz oder teilweise nur scheinbar um äußere, in Wirklichkeit aber um geistige Vorgänge. Die Tatsachen widersprechen sich nur innerhalb einer falschen Auffassung; ''geistig'' verstanden stimmen sie zusammen" (Ev,37).</blockquote>Beispiele für diese Betrachtungsweise werden wir unten kennenlernen.
Die "geisteswissenschaftliche" Erklärung für die ''Unterschiede'' zwischen den biblischen Büchern haben wir kennengelernt. Wie aber hält die Anthroposophie ihre Lehre von der Einheit und Ganzheit der Schrift gegenüber der Behauptung aufrecht, daß es ''Widersprüche'' in den biblischen Büchern gebe? Indem sie - wie Bock in Anlehnung an Origenes ausführt - weder über sie hinwegliest noch einer "Evangelienkritik" verfällt, sondern sie auf einer anderen, "geistigen" Ebene vereinigt:<blockquote>"Ihm [Origenes] sind die `Widersprüche', die ja lediglich in der Unvereinbarkeit ''äußerer'' Vorgänge und Tatsachen beruhen, Aufforderungen, den tieferen Sinn zu suchen. Widersprechen sich die äußeren Tatsachen, so handelt es sich entweder um zwei verschiedene äußere Begebenheiten, oder aber es handelt sich ganz oder teilweise nur scheinbar um äußere, in Wirklichkeit aber um geistige Vorgänge. Die Tatsachen widersprechen sich nur innerhalb einer falschen Auffassung; ''geistig'' verstanden stimmen sie zusammen" (Ev,37).</blockquote>Beispiele für diese Betrachtungsweise werden wir unten kennenlernen.


==== ''1.6 Zusammenfassung'' ====
==== ''Zusammenfassung'' ====


# Anthroposophische Ausleger betrachten die Bibel als etwas "Ganzes" und betonen die "Einheitlichkeit" der biblischen Schriften.
# Anthroposophische Ausleger betrachten die Bibel als etwas "Ganzes" und betonen die "Einheitlichkeit" der biblischen Schriften.
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[[Kategorie:Anthroposophoe]]
[[Kategorie:Anthroposophie]]
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