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(Die Seite wurde neu angelegt: „Psychiater und Psychologe, <abbr>*</abbr> 26.7.1875 Kesswil Kanton Thurgau (Schweiz), <abbr>†</abbr> 6.6.1961 Küsnacht Kanton Zürich. (evangelisch)<ref>Fierz, Heinrich Karl, "Jung, Carl Gustav" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 676-678 [Online-Version]; URL: <nowiki>https://www.deutsche-biographie.de/pnd118558749.html#ndbcontent</nowiki></ref> ==Genealogie== Vater: Paul (1842–96), Dr. phil., Pfarrer, S d. →Carl Gustav (1794–1864), au…“) |
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Die seelische Reaktion des Menschen ist nach J. wesentlich mitbestimmt durch eine unbewußte dunkle Seite (Schatten) sowie durch eine emotional getönte, gegengeschlechtlich gefärbte Reaktionsform (anima beim Manne, animus bei der Frau). Den sinnreich verlaufenden Entwicklungsprozeß nannte J. „Individuationsprozeß“, das Ziel des Prozesses, das vom Ich verschieden ist und Ganzheit will, das „Selbst“. Das Studium der seelischen Entwicklung führte J. zu fruchtbaren Kontakten mit Gelehrten anderer Gebiete der Geisteswissenschaft, mit der Indologie (H. Zimmer), mit der Sinologie (R. Wilhelm), mit der antiken Mythologie (K. Kerényi). Besonders interessierte ihn auch die Projektion der seelischen Entwicklung, welche er in der Alchimie vorfand; er hat hierbei zugleich Wesentliches zum Verständnis dieser Wissenschaft selbst beigetragen. Die Lebendigkeit und die großen Kenntnisse, welche J. beim Studium dieser so weitschichtigen Gebiete zeigte, haben auch außerhalb der engeren Fachkreise viele Menschen fasziniert und angeregt. Untermauert hat J. diese Studien durch ethnologische Expeditionen zu den Pueblo-Indianern in Neumexiko und zu den Eingeborenen in Kenia. Als letzte größere Arbeit publizierte er eine Studie über den sinnreichen Zufall, die „Synchronizität“ (Naturerklärung und Psyche, 1952). Als eine seiner wohl größten wissenschaftlichen Leistungen können seine Memoiren, die 1962 erschienenen „Erinnerungen, Träume, Gedanken“ (hrsg. v. A. Jaffé) gelten, denn hier wird psychologisch nicht dargelegt, was der Psychologe an Anderen beobachtet, sondern es wird in rückhaltloser Offenheit gezeigt, was in ihm selbst vorgegangen ist. J. kann als einer der Pioniere der modernen Psychologie bezeichnet werden. Neben vielen wichtigen Einzelbeobachtungen liegt seine Bedeutung vor allem auch darin, daß er in seiner Forschung den engeren Rahmen der experimentellen und der medizinischen Psychologie durchbrochen hat und den Blick für jene Themen öffnete, welche alle angehen und nicht unumstritten sind. Diese Themen, welche sowohl die Geistes- wie die Instinktwelt umfassen, beschrieb er unter dem Begriff der „Archetypen“, jener Urbilder, welche in allen Zeitaltern und Kulturen und bei allen Völkern anzutreffen und immer auch mit einer bestimmten Verhaltensform des Menschen verbunden seien. Die Welt der Archetypen ist nach J. jener Bereich des Unbewußten, der sich nicht nur auf die Schwierigkeiten des einzelnen Menschen (persönliches Unbewußtes), sondern auch auf allgemeine Fragen des Menschseins und der Menschheit bezieht: J. nannte diesen Bereich des Unbewußten „das kollektive Unbewußte“. Den Archetypus und das kollektive Unbewußte darf man als die zentralen Begriffe jener psychologischen Richtung bezeichnen, welche J. „Analytische Psychologie“ nannte. | Die seelische Reaktion des Menschen ist nach J. wesentlich mitbestimmt durch eine unbewußte dunkle Seite (Schatten) sowie durch eine emotional getönte, gegengeschlechtlich gefärbte Reaktionsform (anima beim Manne, animus bei der Frau). Den sinnreich verlaufenden Entwicklungsprozeß nannte J. „Individuationsprozeß“, das Ziel des Prozesses, das vom Ich verschieden ist und Ganzheit will, das „Selbst“. Das Studium der seelischen Entwicklung führte J. zu fruchtbaren Kontakten mit Gelehrten anderer Gebiete der Geisteswissenschaft, mit der Indologie (H. Zimmer), mit der Sinologie (R. Wilhelm), mit der antiken Mythologie (K. Kerényi). Besonders interessierte ihn auch die Projektion der seelischen Entwicklung, welche er in der Alchimie vorfand; er hat hierbei zugleich Wesentliches zum Verständnis dieser Wissenschaft selbst beigetragen. Die Lebendigkeit und die großen Kenntnisse, welche J. beim Studium dieser so weitschichtigen Gebiete zeigte, haben auch außerhalb der engeren Fachkreise viele Menschen fasziniert und angeregt. Untermauert hat J. diese Studien durch ethnologische Expeditionen zu den Pueblo-Indianern in Neumexiko und zu den Eingeborenen in Kenia. Als letzte größere Arbeit publizierte er eine Studie über den sinnreichen Zufall, die „Synchronizität“ (Naturerklärung und Psyche, 1952). Als eine seiner wohl größten wissenschaftlichen Leistungen können seine Memoiren, die 1962 erschienenen „Erinnerungen, Träume, Gedanken“ (hrsg. v. A. Jaffé) gelten, denn hier wird psychologisch nicht dargelegt, was der Psychologe an Anderen beobachtet, sondern es wird in rückhaltloser Offenheit gezeigt, was in ihm selbst vorgegangen ist. J. kann als einer der Pioniere der modernen Psychologie bezeichnet werden. Neben vielen wichtigen Einzelbeobachtungen liegt seine Bedeutung vor allem auch darin, daß er in seiner Forschung den engeren Rahmen der experimentellen und der medizinischen Psychologie durchbrochen hat und den Blick für jene Themen öffnete, welche alle angehen und nicht unumstritten sind. Diese Themen, welche sowohl die Geistes- wie die Instinktwelt umfassen, beschrieb er unter dem Begriff der „Archetypen“, jener Urbilder, welche in allen Zeitaltern und Kulturen und bei allen Völkern anzutreffen und immer auch mit einer bestimmten Verhaltensform des Menschen verbunden seien. Die Welt der Archetypen ist nach J. jener Bereich des Unbewußten, der sich nicht nur auf die Schwierigkeiten des einzelnen Menschen (persönliches Unbewußtes), sondern auch auf allgemeine Fragen des Menschseins und der Menschheit bezieht: J. nannte diesen Bereich des Unbewußten „das kollektive Unbewußte“. Den Archetypus und das kollektive Unbewußte darf man als die zentralen Begriffe jener psychologischen Richtung bezeichnen, welche J. „Analytische Psychologie“ nannte. | ||
Die Theorien von Carl Gustav Jung hatten Einflüsse auf viele gesellschaftliche Bereiche (u.a. Theologie, Psychologie, Kunst, Literatur). Er prägte die Begriffe Introversion, Extraversion, Komplex und Archetypus. | |||
Laut C.G. Jung ist der Traum der wichtigste Zugang zum Unbewussten, die Archetypen (unbewusste Grundassoziationen die durch mythische Figuren dargestellt werden können: z.B. der Vater, der Weise, der Tod, die Göttin etc.) begegnen uns in den Träumen. Ein Hauptaspekt von Jungs analytischer Therapie ist die Individuation (Selbstwerdung), die Begegnung mit "dem Göttlichen in uns selbst". Als Werkzeug zur Erforschung der psychischen Reallität gilt laut Jung die innere Erfahrung (sowohl persönliche Erfahrungen als auch menscheitsgeschichtliche Erfahrungen), also das Bewusstwerden seelischer Inhalte. Er ging neben einem persönlichen Unbewussten auch von einem kollektiven Unbewussten aus. | |||
== Einzelhinweise und Quellen == | |||
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