Böhme, Jakob

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Schuhmacher und Schriftsteller, hatte aufgrund visionärer Erlebnisse (mystische "Zentralschau" in das Geheimnis Gottes und aller Kreaturen) ein umfassendes theosophisches System (Theosophie) entwickelt, das zwar an die Heilige Schrift anknüpft, aber weit über diese hinausgeht und viel Esoterisches enthält — z.B.

  • Alchemie,
  • Geisterlehre,
  • evolutionäre Entwicklung Gottes und der Welt,
  • Einteilung von Himmel und Hölle in Stufen und Geisterhierarchien.

Böhme verneint die Rechtfertigung durch den Opfertod Jesu Christi und lehrt stattdessen eine Wiedergeburt im Sinne einer geistlichen Umwandlung durch das Licht der Natur und den Heiligen Geist. Viele Pietisten haben an Böhme angeknüpft, ohne freilich sein System als Ganzes zu übernehmen (z.B. F. Friedrich Christoph Oetinger und Johann Michael Hahn). Der Einfluss Böhmes auf den radikalen, aber auch auf den gemäßigteren Pietismus sollte nicht unterschätzt werden. Der Kirchengeschichtler Armin Sierszyn meint hierzu:

"Böhmes geistesgeschichtliche Wirkung ist riesig. Die Orthodoxie bekämpft ihn, radikale Pietisten, Pantheisten, Freimaurer und Esoteriker fühlen sich ihm verbunden ... Der stille Jakob Böhme, der sich zeitlebens zur lutherischen Kirche hält, wird ... zum Vater des radikalen oder schwärmerischen Pietismus."

Literaturhinweise

L. Gassmann, Pietismus wohin?, 2003.

Einzelhinweise und Quellen

Originärer Autor: Lothar Gassmann

Ursprungsquelle dieses Artikels: https://www.bibel-glaube.de/handbuch_orientierung/Boehme_Jakob.html (Abgerufen am 05. 03. 2022, 21:08)