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Existential-präsentische Eschatologie: Unterschied zwischen den Versionen

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(Die Seite wurde neu angelegt: „__TOC__ Die existential-präsentische Deutung, wie sie von dem Neutestamentler ''Rudolf Bultmann'' (1884-1976) und zum Teil von seinen Schülern vertreten wird, ist sehr stark philosophisch geprägt. Insbesondere die Existenzphilosophie Martin Heideggers hat hier Pate gestanden. Bultmann ist in seiner Ablehnung einer heils- oder endgeschichtlichen Deutung biblischer Aussagen am radikalsten. Das, was er als "Esch…“)
 
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Bultmanns existential-präsentische Deutung wurde vielfach ''kritisiert'' - nicht nur von seinen Gegnern, von denen hier stellvertretend [[Cullmann, Oscar|Oscar Cullmann]] und [[Künneth, Walter|Walter Künneth]] genannt seien, sondern auch von Schülern. So betonte etwa ''Ernst Käsemann'' ganz neu die ''futurische'' Dimension der Eschatologie, die damit rechnet, dass die Vollendung noch aussteht:<blockquote>"Präsentische Eschatologie allein und nicht von der futurischen umfangen, - das wäre nichts anderes als die Hybris des Fleisches, wie sie der Enthusiasmus zu genugsam zu allen Zeiten bezeugt" (E. Käsemann, Exegetische Versuche und Besinnungen, Bd. 2, 1964, S. 130).</blockquote>Auch der spätere ''Barth'' und ''Althaus'' haben Bultmanns ungeschichtliche und rein präsentische Auffassung infrage gestellt. So ist es für ''Althaus'' "ein allzu einfacher Ausweg, wenn R. Bultmann die johanneischen Stellen, ´die offenbar eschatologisch im Sinne der alten dramatischen Eschatologie gemeint sind`, einem kirchlichen Bearbeiter zuweist: 6,54; 12,48. Auch Johannes wartet auf den ´letzten Tag`. Das ist vollends deutlich im ersten Brief: die Parusie kommt (2,28), der ´Tag des Gerichts` steht bevor (4,17) ..."  (Die letzten Dinge, Gütersloh, 5. Aufl. 1949, S. 57 f.). Und Althaus betont: "Die ´echte Zukunft` ist auf alle Fälle zeitliche Zukunft" (a.a.O., S. 4).
Bultmanns existential-präsentische Deutung wurde vielfach ''kritisiert'' - nicht nur von seinen Gegnern, von denen hier stellvertretend [[Cullmann, Oscar|Oscar Cullmann]] und [[Künneth, Walter|Walter Künneth]] genannt seien, sondern auch von Schülern. So betonte etwa ''Ernst Käsemann'' ganz neu die ''futurische'' Dimension der Eschatologie, die damit rechnet, dass die Vollendung noch aussteht:<blockquote>"Präsentische Eschatologie allein und nicht von der futurischen umfangen, - das wäre nichts anderes als die Hybris des Fleisches, wie sie der Enthusiasmus zu genugsam zu allen Zeiten bezeugt" (E. Käsemann, Exegetische Versuche und Besinnungen, Bd. 2, 1964, S. 130).</blockquote>Auch der spätere ''Barth'' und ''Althaus'' haben Bultmanns ungeschichtliche und rein präsentische Auffassung infrage gestellt. So ist es für ''Althaus'' "ein allzu einfacher Ausweg, wenn R. Bultmann die johanneischen Stellen, ´die offenbar eschatologisch im Sinne der alten dramatischen Eschatologie gemeint sind`, einem kirchlichen Bearbeiter zuweist: 6,54; 12,48. Auch Johannes wartet auf den ´letzten Tag`. Das ist vollends deutlich im ersten Brief: die Parusie kommt (2,28), der ´Tag des Gerichts` steht bevor (4,17) ..."  (Die letzten Dinge, Gütersloh, 5. Aufl. 1949, S. 57 f.). Und Althaus betont: "Die ´echte Zukunft` ist auf alle Fälle zeitliche Zukunft" (a.a.O., S. 4).


''Walter Künneths'' Urteil, das er im Zusammenhang mit der Diskussion über die [[Auferstehung]] trifft, gilt - aus der Vergangenheit in die Zukunft gewendet - auch für Bultmanns Eschatologie:<blockquote>"Das aktuelle Ereignis des ´mit Christus Sterben` und ´mit Christus Auferstehen` fällt als Wirklichkeit in sich zusammen und wird zu einer bloßen Idee eines Lebensvorganges verdünnt, wenn nicht das ´gewesene` und damit ´ein für allemal` gesetzte Faktum der Auferstehung Jesu feststeht ... Die fortschreitende Loslösung der Offenbarung von ihrer Geschichtsgebundenheit ... führt zum Sieg einer neuen geschichtsfernen [[Gnosis]]. So trägt die Bultmannsche Theologie das Gepräge eines ´gnostischen Mythus`, welchem die Wirklichkeit des geschichtsgebundenen Perfektums der Auferstehung Jesu (bzw. des geschichtlichen Futurums der Wiederkunft Jesu; L. G.) gegenübertritt" (Theologie der Auferstehung, Gießen, 6. Aufl. 1982, S. 46).</blockquote>{{Footer-Neu|LITERATURE=L. Gassmann; Handbuch: Endzeit Israel, Entrückung …; Jeremia Verlag; (Mai 2021<sup>3</sup>)}}
''Walter Künneths'' Urteil, das er im Zusammenhang mit der Diskussion über die [[Auferstehung]] trifft, gilt - aus der Vergangenheit in die Zukunft gewendet - auch für Bultmanns Eschatologie:<blockquote>"Das aktuelle Ereignis des ´mit Christus Sterben` und ´mit Christus Auferstehen` fällt als Wirklichkeit in sich zusammen und wird zu einer bloßen Idee eines Lebensvorganges verdünnt, wenn nicht das ´gewesene` und damit ´ein für allemal` gesetzte Faktum der Auferstehung Jesu feststeht ... Die fortschreitende Loslösung der Offenbarung von ihrer Geschichtsgebundenheit ... führt zum Sieg einer neuen geschichtsfernen [[Gnosis]]. So trägt die Bultmannsche Theologie das Gepräge eines ´gnostischen Mythus`, welchem die Wirklichkeit des geschichtsgebundenen Perfektums der Auferstehung Jesu (bzw. des geschichtlichen Futurums der Wiederkunft Jesu; L. G.) gegenübertritt" (Theologie der Auferstehung, Gießen, 6. Aufl. 1982, S. 46).</blockquote>
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[[Kategorie:Endzeit]]
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