Kategorie:Anthroposophie: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 15. Februar 2022, 02:03 Uhr

Anthroposophie (griech. anthropos = der Mensch; sophia = die Weisheit) ist nach der klassischen Definition Rudolf Steiners "ein Er-kenntnisweg, der das Geistige im Menschenwesen zum Geistigen im Weltall führen möchte" (Steiner-GA 26,14). Neben dieser (esoterischen) Definition für den "Schüler der A." zitiert Carl Unger eine weitere (exoterische) Definition Steiners für die Öffentlichkeit: "A. ist eine Erkenntnis, die vom höheren Selbst im Menschen hervorgebracht wird." Unger fährt fort: "Schon aus dieser Definition geht hervor, dass A. kein Dogma ist und keine Wissenschaft im gewöhnlichen Sinn, sondern eine solche, für deren Zustandekommen tieferliegende Erkenntniskräfte des Menschen in Anspruch genommen werden müssen" (C. Unger, die Grundlehren der Anthroposophie, 1968, 73f.). Der Steiner-Schüler und -Weggefährte Unger grenzt damit die A. sowohl gegen vorgegebene, geoffenbarte Wahrheiten - etwa in christlichen Dogmen - als auch gegen die gewöhnliche (natur-)wissenschaftliche Erkenntnis ab. Anthroposophie will, wie ihr Vertreter O. J. Hart-mann formuliert, "Erkenntnis-Weg" sein und "kein System von Lehrsätzen, das dogmatisch hinzunehmen wäre" (Anthroposophie, 1950, 12). Steiner selber hat gesagt: "Eine Dogmatik auf irgendeinem Gebiet soll von der Anthroposophischen Gesellschaft ausgeschlossen sein" (260,47). Freilich führt der Steinersche Erkenntnisweg aber auch zu Erkenntnissen: "A. vermittelt Erkenntnisse, die auf geistige Art gewonnen werden" (26,14). Diese Erkenntnisse verdichten sich faktisch dann doch zu einem Dogmen- und Lehrsystem, nämlich zur anthroposophischen Weltanschauung, die ihrerseits die Grundlage für den Erkenntnisweg darstellt (s. Erkenntnisse höherer Welten).